Vorarlberger Suchtbericht 2018 vorgestellt

 

erstellt am
05. 12. 18
13:00 MEZ

LH Wallner: Wichtige Grundlage, um erfolgreiche Arbeit in der Suchtprävention und Suchtbehandlung fortzusetzen
Bregenz (vlk) - Der Vorarlberger Suchtbericht 2018 zeigt einmal mehr die aktuellen Entwicklungen auf und liefert eine wichtige Grundlage, um in Prävention, Therapie und Behandlung die nötigen Maßnahmen zu ergreifen. Das betonten Landeshauptmann Markus Wallner und Gesundheitslandesrat Christian Bernhard bei der Vorstellung des Berichts im Pressefoyer am 4. Dezember.

Gerade in den letzten Jahren sei das Netzwerk an Hilfeleistungen in Vorarlberg stetig gewachsen und weiterentwickelt worden, betonte LH Wallner. Auch zeige sich, dass die Richtlinien des im Jahr 2002 formulierten "Vorarlberger Drogenkonzepts" nach wie vor gültig und auch für die Zukunft maßgebend seien: Professionalität und leichte Zugänglichkeit der Einrichtungen, Flexibilität und Sensibilität des Hilfssystems, Koordination und Kooperation, individuelle Fallführung, Festlegung von Sollbestimmungen, zielorientierter Einsatz von Steuerungsmitteln, Statistik und Dokumentation sowie Qualitätssicherung und Evaluation.

Erstmalig wurde für den Suchtbericht 2018 eine Abwasseranalyse in Zusammenarbeit mit der Medizinischen Universität Innsbruck durchgeführt. Ziel war es, eine Abschätzung des Konsums ausgewählter Drogen im Einzugsgebiet der Kläranlage Hofsteig zu erhalten und diese Daten mit anderen österreichischen bzw. europäischen Städten und Regionen zu vergleichen, erläuterte Landesrat Bernhard. Die umsatzstärkste Droge war Cannabis, gefolgt von Kokain und Amphetamin. Im überregionalen Vergleich wies die Region Hofsteig den niedrigsten Gesamtkonsum auf.

Aus dem Suchtbericht geht unter anderem hervor, dass es auch in der Suchtbetreuung einem Personalmangel rechtzeitig entgegenzuwirken gelte. Laut Landesrat Bernhard werden die Ausbildungskurse in Schloss Hofen weiter angeboten. Und zur besseren Verankerung der Suchtkrankenbehandlung in der Psychotherapie wird ab Herbst 2018 in Zusammenarbeit mit dem Psychotherapeutenverband und der Stiftung Maria Ebene eine Post-Graduate-Fortbildung organisiert.

Die Zahl von Menschen in Vorarlberg mit manifesten substanzgebundenen Abhängigkeitserkrankungen wird ohne Berücksichtigung des Rauchens auf fünf Prozent geschätzt. Den größten Anteil hat die Alkoholabhängigkeit mit ca. drei Prozent, gefolgt von der Medikamentensucht mit 1,2 Prozent und der Abhängigkeit von illegalen Drogen mit ca. einem Prozent. Laut dem Drogenbeauftragten des Landes Vorarlberg, Univ.-Prof. Reinhard Haller, seien in näherer Zukunft ein leichter Rückgang bei legalen Drogen (Alkohol, Nikotin), aber ein Wiederanstieg der Medikamentenabhängigkeit, eine weitere Etablierung von Cannabis als Gesellschaftsdroge, ein steigender Missbrauch von Amphetaminen und Kokain, vermehrte polytoxikomane Konsummuster in der klassischen Drogenszene sowie ein anhaltender Boom bei Verhaltenssüchten zu erwarten. Eine besondere Herausforderung werde auch die Betreuung von Suchtkranken im Alter sowie von altgewordenen Süchtigen, deren Zahl unweigerlich ansteigt.

 

 

 

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