Arbeitsmarkt 2018: deutlich mehr unselbständig
 Beschäftigte in Vollzeit, weniger Arbeitslose

 

erstellt am
20. 03. 19
13:00 MEZ

Wien (statistik austria) - Im Jahr 2018 waren laut Statistik Austria 4.319.100 Personen in Österreich erwerbstätig und 220.100 arbeitslos (nach internationaler Definition). Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl der unselbständig Beschäftigten um 67.400 auf 3.800.600. Der Anstieg entfiel nahezu gänzlich auf Vollzeit (+65.500), bei den Teilzeitbeschäftigten gab es in diesem Jahr, anders als in den Vorjahren, keine nennenswerte Veränderung. Auch die Anzahl der Selbständigen blieb nahezu unverändert, die Anzahl der mithelfenden Familienangehörigen reduzierte sich um 8.900. Mit 220.100 Arbeitslosen und einer Arbeitslosenquote von 4,9% lag die Arbeitslosigkeit deutlich unter dem Vorjahresniveau (247.900 bzw. 5,5%). Diesen arbeitslosen Personen standen 120.400 offene Stellen gegenüber, signifikant mehr als im Vorjahr (97.400).

Beschäftigungszuwachs: knapp zwei Drittel Männer, mehr Vollzeitstellen bei Frauen und Männern
Der Beschäftigungszuwachs bei den unselbständig Erwerbstätigen von +67.400 im Jahresvergleich ergab sich aus einer Zunahme sowohl bei Männern (+43.200) als auch bei Frauen (+24.200). Dieses Plus fiel bei unselbständig erwerbstätigen Frauen insgesamt wesentlich geringer aus als jenes der Männer, wobei sich sowohl die Anzahl der vollzeitbeschäftigten (+14.000) als auch jene der teilzeitbeschäftigten Frauen (+10.200) erhöhte. Bei Männern stieg die Anzahl der Vollzeitbeschäftigten gegenüber 2017 um 51.500, während es etwas weniger Männer in Teilzeit gab (-8.300).

Nach Wirtschaftsbereichen betrachtet ergaben sich größere Beschäftigungszuwächse im Vergleich zu 2017 vor allem im Bereich Industrie und Gewerbe, aber auch im Handel, bei der Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen (dazu zählen u. a. Reinigungsdienste, Wachdienste und Reisebüros), bei der Erbringung von freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen sowie bei Verkehr und Lagerei.

Zuwächse besonders bei Älteren, in- und ausländischen Staatsangehörigen und bei Lehrabschluss
2018 waren sowohl mehr inländische als auch ausländische Staatsangehörige sowie mehr ältere Personen unselbständig beschäftigt als noch 2017. Der Anstieg um 67.400 unselbständig Erwerbstätige entfiel auf 45.500 Personen der Altersgruppe 55+, 34.200 waren österreichische Staatsangehörige, 33.200 ausländische. Die Zunahme bei den ab 55-jährigen unselbständig Erwerbstätigen betraf zu 94% österreichische Staatsangehörige, während der Anstieg bei den ausländischen unselbständig Erwerbstätigen zu 61% auf Personen unter 45 Jahren fiel (+20.400 bis 44 Jahre; +12.800 45 Jahre und älter).

Unter österreichischen Staatsangehörigen gab es deutliche Zuwächse bei unselbständig Erwerbstätigen mit Lehrabschluss sowie Abschluss einer Universität oder Fachhochschule (+31.500 bzw. +20.100). Die Zahl der Unselbständigen mit Pflichtschule als höchsten Abschluss waren dagegen rückläufig (-10.900). Bei Personen mit ausländischer Staatsangehörigkeit gab es hier jedoch einen Zuwachs gegenüber dem Vorjahr (+19.000; Lehr-/BMS-Abschluss +9.500) und kaum eine Änderung bei der Anzahl der Erwerbstätigen mit akademischem Abschluss.

Weniger Arbeitslose, vor allem bei Männern und Personen im mittleren Erwerbsalter
Im Jahresdurchschnitt 2018 waren nach internationaler Definition 121.400 Männer und 98.700 Frauen arbeitslos. Damit gab es besonders bei Männern weniger Arbeitslose als im Vorjahr (-20.200; Frauen -7.600). Entsprechend reduzierte sich auch die Arbeitslosenquote nach internationaler Definition bei Männern gegenüber 2017 von 5,9% auf 5,0%, jene der Frauen von 5,0% auf 4,7%.

Der Rückgang der Arbeitslosenzahl betraf vor allem 25- bis 54-Jährige. Auch bei den jüngeren und älteren Altersgruppen verringerte sich die Arbeitslosenquote leicht. Sie war bei Frauen und Männern sowohl mit österreichischer als auch mit nicht-österreichischer Staatsangehörigkeit niedriger als 2017. Die Anzahl der Langzeitarbeitslosen verringerte sich 2018 gegenüber dem Vorjahr um 19.300 auf 63.600.

Fünf-Jahres-Rückblick: Zuwächse für Erwerbstätigen- und Teilzeitquote, weniger Arbeitslose
Verglichen mit dem Jahr 2013 gab es 2018 um 214.300 Erwerbstätige mehr; 99.000 davon waren Frauen und 115.300 Männer. Der Zuwachs konzentrierte sich auf Unselbständige (+237.600), die Zahl der Selbständigen veränderte sich kaum, jene der mithelfenden Familienangehörigen reduzierte sich um 22.200 auf nunmehr 53.400.

Der Beschäftigungszuwachs gegenüber 2013 bei den unselbständig Beschäftigten verteilte sich zu 102.400 auf Vollzeit- und zu 135.300 auf Teilzeitjobs. Dabei war der Anstieg bei Vollzeitbeschäftigten vor allem bei Männern (+84.000, Frauen +18.400), der Anstieg bei Teilzeitbeschäftigten eher bei Frauen (+92.900, Männer +42.400) festzustellen. Der langfristige Trend stark steigender Teilzeitzahlen wurde erst in den vergangenen beiden Jahren eingebremst. Die Anzahl der Vollzeitbeschäftigten nahm seit 2015 zu, besonders deutlich war der Zuwachs von 2017 auf 2018. In den Jahren 2013 und 2014 gab es hier jeweils noch Rückgänge.

Die Teilzeitquote erhöhte sich in den vergangenen fünf Jahren bei den Erwerbstätigen insgesamt von 26,8% auf 28,2% bei Frauen um 1,9 Prozentpunkte auf 47,5%, bei Männern um 0,9 Prozentpunkte auf 11,2%. Die Erwerbstätigenquote (15 bis 64 Jahre) lag 2013 bei 71,4%, 2018 bei 73,0%. Am stärksten war der Anstieg bei Älteren, vor allem bei den 55- bis 59-Jährigen, deren Erwerbstätigenquote sich von 62,4% im Jahr 2013 in den vergangenen fünf Jahren kontinuierlich auf nunmehr 72,8% erhöhte.

2013 gab es 231.300 Arbeitslose nach internationaler Definition, um 11.200 mehr als 2018. Die Arbeitslosenquote lag dementsprechend 2013 bei 5,4%, 2018 bei 4,9%.

4. Quartal 2018: deutlicher Anstieg bei Vollzeit, Teilzeit nahezu unverändert, weniger Arbeitslose
Im 4. Quartal 2018 wurden 4.345.300 Erwerbstätige und 211.000 Arbeitslose nach internationaler Definition ermittelt. Die Arbeitslosenquote betrug 4,6%. Gegenüber dem 4. Quartal 2017 gab es ein Plus bei den Erwerbstätigen um 55.700, das aus einem kräftigen Anstieg bei Unselbständigen (+69.600) und einem geringeren Minus bei Selbständigen und Mithelfenden (-13.900) resultierte. Dabei arbeiteten 63.300 Unselbständige mehr in Vollzeit und auch die Zahl der Teilzeitbeschäftigten stieg geringfügig (+6.400). Seit dem 3. Quartal 2017 zeigen sich im jeweiligen Vorjahresvergleich merkliche Zuwächse bei Vollzeit und nur geringe Änderungen bei Teilzeit.

Der Anstieg der Erwerbstätigkeit im Vergleich zum 4. Quartal 2017 (+55.700) entfiel zu mehr als der Hälfte auf Männer (+34.100), er war besonders bei österreichischen Staatsangehörigen (+38.700) sowie bei Älteren (55 bis 64 Jahre; +48.400) festzustellen. Die Erwerbstätigenquote der Älteren erhöhte sich im Jahresabstand um 2,2 Prozentpunkte auf 54,9%. Auch für das Haupterwerbsalter (15 bis 64 Jahre) lag die Erwerbstätigenquote mit 73,3% über jener des Vorjahres (72,7%). Die Zahl der Arbeitslosen (211.000) und die Arbeitslosenquote (4,6%) waren um 26.900 bzw. 0,6 Prozentpunkte niedriger als im 4. Quartal 2017.

Definitionsbedingt liegen sowohl die Zahl der beim Arbeitsmarktservice (AMS) registrierten Arbeitslosen als auch die nationale Arbeitslosenquote deutlich über dem Niveau der von Statistik Austria erhobenen Zahlen nach internationaler Definition.

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