OeNB senkt Inflationsprognose für 2019 auf 1,8 Prozent

 

erstellt am
12. 04. 19
13:00 MEZ

Preisflexibilität in den letzten 20 Jahren deutlich gestiegen
Wien (oenb) - Laut aktueller Prognose der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) wird die am Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) gemessene Inflationsrate im Jahr 2019 1,8 Prozent betragen und in der Folge mit 1,9 Prozent (2020) sowie 1,8 Prozent (2021) weitgehend stabil bleiben. Gegenüber der letzten Prognose vom Dezember 2018 wurde die Vorausschau für 2019 um 0,3 Prozentpunkte nach unten revidiert. Dafür sind vor allem die Rohölpreise ausschlaggebend, die seit Herbst 2018 deutlich gesunken sind und gemäß den Markterwartungen im gesamten Prognosehorizont niedrig bleiben werden. Aus einer aktuellen OeNB-Analyse zur Flexibilität der österreichischen Konsumentenpreise geht hervor, dass die Preissetzung in Österreich in den letzten 20 Jahre deutlich flexibler geworden ist.

Deutlicher Rückgang der österreichischen Inflationsrate
Die österreichische HVPI-Inflationsrate belief sich im Februar 2019 auf 1,4 Prozent und war damit um 0,9 Prozentpunkte niedriger als im November 2018. Vor allem der deutliche Rückgang der Rohölpreise hat die Teuerung maßgeblich gedämpft. Dieser Effekt wurde teilweise durch Preiserhöhungen bei Elektrizität, die Anfang des Jahres 2019 erfolgten, gebremst. Zur Anhebung dieser Preise trug die Einschränkung des Stromhandels zwischen Österreich und Deutschland seit Oktober 2018, die den Stromimport nach Österreich begrenzt, bei.

Inflation in Österreich zuletzt niedriger als in Deutschland und im Euroraum
2018 verringerte sich der Inflationsabstand Österreichs gegenüber dem Euroraum und Deutschland deutlich. Im Februar 2019 lag die österreichische Teuerungsrate mit 1,4 Prozent sogar um 0,3 Prozentpunkte unter der HVPI-Inflationsrate in Deutschland und 0,1 Prozentpunkte unter jener im Euroraum. Alle Sonderaggregate des HVPI trugen zu dieser Entwicklung bei, wobei zuletzt vor allem der deutliche Rückgang der Teuerungsrate von Industriegütern ohne Energie für die im Vergleich zu Deutschland niedrigere Inflationsrate verantwortlich war.

OeNB erwartet bis 2021 stabile Inflationsraten unter 2,0 Prozent
Die OeNB erwartet für Österreich im Jahr 2019 eine HVPI-Inflationsrate von 1,8 Prozent und in den beiden Folgejahren 1,9 Prozent und 1,8 Prozent. Damit pendelt sich die Inflationsrate auf einem im Vergleich zu 2018 (2,1 Prozent) niedrigeren Niveau ein. Gegenüber ihrer letzten Prognose hat die OeNB ihre Erwartung für 2019 um 0,3 Prozentpunkte nach unten revidiert, insbesondere aufgrund der deutlich gesunkenen Preise für Rohöl. Trotz des beginnenden Konjunkturabschwungs bleiben der gesamtwirtschaftliche Auslastungsgrad und die Beschäftigung hoch. Dies bewirkt eine Beschleunigung der ohne Energie und Nahrungsmittel berechneten Kerninflationsrate in den Jahren 2019 und 2020 auf knapp über 2,0 Prozent.

Preisflexibilität hat sich in den letzten 20 Jahren erhöht
Schwerpunktthema dieser Ausgabe von „Inflation aktuell“ ist eine Analyse der Flexibilität österreichischer Konsumentenpreise. Basierend auf den Mikrodaten, die der Berechnung des österreichischen VPI zugrunde liegen, wurden die Häufigkeit und das Ausmaß von Preisänderungen im Zeitraum von 1996 bis 2017 berechnet. Demnach hat sich die durchschnittliche Häufigkeit der Preisanpassungen in den letzten zwei Jahrzehnten fast verdoppelt. Damit ist der Preissetzungsprozess bei den österreichischen Konsumentenpreisen in den letzten 20 Jahren deutlich flexibler geworden.
Preissenkungen erfolgen zwar seltener als Preiserhöhungen, fallen aber üblicherweise aufgrund von Ausverkäufen und Rabattaktionen deutlich kräftiger aus als Preisanhebungen. Saisonal betrachtet erfolgen Preissenkungen am häufigsten und stärksten im Juli und August (Sommerschlussverkauf), während relativ geringe Preiserhöhungen am häufigsten im Jänner stattfinden (Preisindexierungen zu Jahresbeginn).

 

 

 

zurück

 

 

 

 

Kennen Sie schon unser kostenloses Monatsmagazin "Österreich Journal" in vier pdf-Formaten? Die Auswahl finden Sie unter http://www.oesterreichjournal.at