Österreichische Forschungsquote liegt 2019 bei 3,19%

 

erstellt am
11. 04. 19
13:00 MEZ

Wien (statistik austria) - Im Jahr 2019 werden nach einer Schätzung von Statistik Austria in Österreich rund 12,8 Mrd. Euro für Forschung und Entwicklung (F&E) aufgewendet. Damit steigt die Forschungsquote also der Anteil der F&E-Aufwendungen am nominellen Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 3,17% im Jahr 2018 auf 3,19%.

Der nominelle Anstieg der gesamtösterreichischen F&E-Aufwendungen von 2018 auf 2019 wird auf 4,5% geschätzt und ist damit höher als der prognostizierte Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von 3,8%. Die österreichische Forschungsquote liegt bereits seit 2014 über den von der EU bis 2020 angestrebten 3%, aber unter dem österreichischen Zielwert von 3,76%. In den vergangenen zwei Jahrzehnten sind die heimischen Ausgaben für Forschung und Entwicklung stark angestiegen: 2009 betrug die Forschungsquote noch 2,60%; vor 20 Jahren lag sie bei 1,85%.

2019 werden die heimischen Unternehmen voraussichtlich rund 6,3 Mrd. Euro für Forschung aufwenden und damit fast die Hälfte der F&E-Ausgaben finanzieren (49,0%). Auf den öffentlichen Sektor wird mit rund 4,5 Mrd. Euro ein Anteil von 34,9% der gesamten F&E-Ausgaben entfallen, wobei der Bund mit annähernd 3,8 Mrd. Euro (29,6%) die mit Abstand wichtigste Finanzquelle darstellt. Die F&E-Finanzierung des Bundes beinhaltet auch die Ausschüttungen durch die Forschungsprämie, die für 2019 vom Bundesministerium für Finanzen auf 670 Mio. Euro geschätzt werden. Mit einer Steigerung von 3,6% gegenüber 2018 wird der Anstieg der öffentlichen F&E-Finanzierung knapp unter dem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts liegen. Rund 547 Mio. Euro werden von den Bundesländern finanziert. Weitere öffentliche Einrichtungen wie etwa Gemeinden, Kammern oder Sozialversicherungsträger werden rund 132 Mio. Euro beitragen. Das Ausland wird nach wie vor eine wichtige Finanzierungsquelle für die heimischen F&E-Ausgaben sein: Voraussichtlich werden rund 2 Mrd. Euro für Forschung nach Österreich fließen; hauptsächlich von multinationalen Unternehmen, deren Tochterunternehmen in Österreich Forschung betreiben. Die F&E-Finanzierung durch den privaten gemeinnützigen Sektor wird rund 77 Mio. Euro betragen.

Nur Schweden hat in der EU eine höhere Forschungsquote
Im EU-Vergleich für 2017 (das jüngste Jahr, für das Vergleichsdaten verfügbar sind) weist Österreich die zweithöchste Forschungsquote der EU-28 auf. Nur in Schweden ist die Forschungsquote mit 3,40% deutlich höher. Auch Dänemark (3,05%) und Deutschland (3,02%) erfüllen das 3%-Ziel der EU bereits. Darüber hinaus sind Finnland (2,76%), Belgien (2,58%) und Frankreich (2,19%) die einzigen weiteren Länder, deren F&E-Quote 2017 über dem EU-Durchschnitt von 2,06% lag.

Für Europa wichtige Vergleichsländer haben teilweise bedeutend höhere Aufwendungen für F&E als die EU. Innerhalb der europäischen Nicht-EU-Länder erreicht die Schweiz mit 3,37% (2015) einen sehr hohen Wert, die Forschungsquoten Islands und Norwegens lagen mit 2,10% und 2,09% ebenfalls über dem EU-Schnitt.

Unter den großen außereuropäischen Volkswirtschaften ist der F&E-Aufwand in Südkorea mit 4,55% am BIP mehr als doppelt so hoch wie in der Europäischen Union. Auch Japan (3,20%) und die USA (2,79%) erreichen bedeutend höhere Forschungsquoten als Europa. Seit 2015 liegt die Forschungsquote Chinas ebenfalls über jener der EU-28: 2017 erreichte diese 2,13% (EU: 2,06%).

In die Schätzung der österreichischen Bruttoinlandsausgaben für F&E 2019 wurden Voranschlags- und Rechnungsabschlussdaten des Bundes und der Bundesländer, aktuelle Konjunkturprognosen sowie vorläufige Teilergebnisse der F&E-Erhebung über das Berichtsjahr 2017 im Unternehmenssektor einbezogen.

Detaillierte Ergebnisse bzw. weitere Informationen über Forschung und Entwicklung (F&E) finden Sie hier >

 

 

 

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