Inflation sinkt im April 2019 auf 1,7%

 

erstellt am
17. 05. 19
13:00 MEZ

Wien (statistik austria) Die Inflationsrate für April 2019 lag bei 1,7%, wie aus Berechnungen von Statistik Austria hervorgeht (März 2019 +1,8%). Ausschlaggebend für den Rückgang waren Pauschalreisen, deren Teuerungen deutlich schwächer ausfielen als im Vormonat. Als bedeutendster Preistreiber zeigten sich erneut die Ausgaben für Wohnung, Wasser und Energie, gefolgt von jenen für Restaurants und Hotels.

Der Indexstand des Verbraucherpreisindex 2015 (VPI 2015) lag für den Monat April 2019 bei 106,5. Gegenüber dem Vormonat März stieg das durchschnittliche Preisniveau um 0,1%.

Ohne Ausgaben für Wohnen und für Restaurants hätte die Inflation 0,8% betragen
Die Ausgaben für Wohnung, Wasser, Energie stiegen im Jahresvergleich durchschnittlich um 3,0%. Sie beeinflussten die allgemeine Teuerung mit +0,58 Prozentpunkten und waren damit stärkster Preistreiber im Jahresabstand. Für die Instandhaltung von Wohnungen stiegen die Kosten um 3,1% (Einfluss: +0,19 Prozentpunkte). Die Preisentwicklung von Haushaltsenergie (durchschnittlich +4,0%; Einfluss: +0,17 Prozentpunkte) wurde fast zur Hälfte durch höhere Strompreise beeinflusst (+3,9%; Einfluss: +0,08 Prozentpunkte). Die Preise für Heizöl stiegen um 7,8%, für feste Brennstoffe um 5,8%, für Fernwärme um 2,1% und für Gas um 1,1%. Die Mieten legten um 3,2% zu (Einfluss: +0,16 Prozentpunkte).

In Restaurants und Hotels stiegen die Preise durchschnittlich um 2,8% (Einfluss: +0,32 Prozentpunkte), was überwiegend auf Teuerungen bei Bewirtungsdienstleistungen zurückzuführen war (+2,7%; Einfluss: +0,28 Prozentpunkte). Beherbergungs- dienstleistungen kosteten um 3,5% mehr.

Ausgaben für Verkehr erhöhten sich durchschnittlich um 1,7% (Einfluss: +0,22 Prozentpunkte). Die dafür hauptverantwortlichen Treibstoffe verteuerten sich insgesamt um 4,9% (Einfluss: +0,14 Prozentpunkte), also etwas schwächer als im März (+5,2%; Einfluss: +0,15 Prozentpunkte). Reparaturen privater Verkehrsmittel kosteten um 3,5% mehr (Einfluss: +0,06 Prozentpunkte). Die Preise für Flugtickets fielen hingegen um 1,5% (Einfluss: -0,01 Prozentpunkte), deutlich weniger stark als noch im März (-21,1%; Einfluss -0,09 Prozentpunkte).

Für verschiedene Waren und Dienstleistungen musste durchschnittlich um 1,7% mehr bezahlt werden (Einfluss: +0,14 Prozentpunkte). Ausgaben für Körperpflege (insgesamt +2,6%; Einfluss: +0,06 Prozentpunkte) sowie für Versicherungen (insgesamt +1,1%; Einfluss: +0,05 Prozentpunkte) waren dafür ausschlaggebend.

Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke verteuerten sich durchschnittlich um 1,2% (Einfluss: +0,14 Prozentpunkte), wofür allein die Nahrungsmittel verantwortlich waren (insgesamt +1,3%; Einfluss: +0,14 Prozentpunkte). Fleisch war um 2,8% teurer und Gemüse um 5,2%. Für Brot und Getreideerzeugnisse musste um 1,4% mehr bezahlt werden und für Fisch um 5,2%. Milch, Käse und Eier kosteten um 0,5% mehr, die Obstpreise hingegen fielen um 6,1%. Die Preise für alkoholfreie Getränke blieben gegenüber dem Vorjahr unverändert.

Für Freizeit und Kultur musste um durchschnittlich 1,1% mehr bezahlt werden (Einfluss: +0,11 Prozentpunkte). Dazu trugen überwiegend um 3,0% verteuerte Freizeit- und Kulturdienstleistungen bei (Einfluss: +0,12 Prozentpunkte). Preise für Pauschalreisen stiegen hingegen im April kaum mehr (+0,9%; Einfluss: -0,01 Prozentpunkte; Erläuterung dazu siehe unten in der Box "Informationen zur Methodik" unter "Einfluss"), im März waren sie noch um 4,3% gestiegen (Einfluss: +0,07 Prozentpunkte).

Die Kosten für Nachrichtenübermittlung gingen durchschnittlich um 1,7% zurück (Einfluss: -0,03 Prozentpunkte). Telefon- und Telefaxdienste verbilligten sich um 1,5% und Mobiltelefone um 4,2%.

Inflation April 2019 gegenüber März 2019: +0,1%
Als Hauptpreistreiber im Monatsabstand zeigten sich Ausgaben für Verkehr (durchschnittlich +1,6%; Einfluss: +0,20 Prozentpunkte). Ausschlaggebend dafür waren saisonbedingt hohe Preisschübe bei Flugtickets (+43,5%; Einfluss: +0,15 Prozentpunkte). Treibstoffe verteuerten sich um 2,5% (Einfluss: +0,07 Prozentpunkte).

Hauptpreisdämpfer im Monatsabstand waren Ausgaben für Freizeit und Kultur (durchschnittlich -1,7%; Einfluss: -0,18 Prozentpunkte), wozu fast ausschließlich billigere Pauschalreisen beitrugen (durchschnittlich -8,3%; Einfluss: -0,18 Prozentpunkte).

Teuerung laut harmonisiertem Verbraucherpreisindex liegt im April 2019 bei 1,7%
Der Indexstand des auf europäischer Ebene harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI 2015) lag im April 2019 bei 107,12. Die harmonisierte Inflationsrate betrug 1,7% und war damit so hoch wie jene des VPI. Gewichtungsunterschiede zwischen VPI und HVPI (siehe Informationen zur Methodik) führten in einzelnen Ausgabengruppen zu unterschiedlichen Veränderungsraten und Einflüssen, die sich jedoch insgesamt ausglichen.

Preissteigerung für täglichen Einkauf niedriger, für wöchentlichen höher als die Gesamtinflation
Das Preisniveau des Mikrowarenkorbs, der überwiegend Nahrungsmittel, aber auch Tageszeitungen oder den Kaffee im Kaffeehaus enthält und den täglichen Einkauf repräsentiert, erhöhte sich im Jahresvergleich um 0,4% (März +0,2%). Das Preisniveau des Miniwarenkorbs, der einen wöchentlichen Einkauf abbildet und neben Nahrungsmitteln und Dienstleistungen auch Treibstoffe enthält, stieg im Jahresabstand um 2,0% (März +2,2%).

 

 

 

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