Appell zur Teilnahme an Europawahl

 

erstellt am
14. 05. 19
13:00 MEZ

Burgenlands Diözesanbischof Ägidius J. Zsifkovics: "Europa braucht uns als demokratische Bürgerinnen und Bürger, um gemeinsam am Haus Europa zu bauen"
Eisenstadt (martinus) "Europa braucht vieles, aber am meisten Dich!": So lautete die zentrale Botschaft des Osterbriefs von Diözesanbischof Ägidius J. Zsifkovics, der damit ein starkes Zeichen für ein europäisches Bürgerschaftsbewusstsein und die Teilnahme an der Wahl zum Europäischen Parlament setzte. Der Bischof lud nun KA-Generalsekretärin Alexandra Kern und KA-Präsidenten Peter Goldenits zu einem gemeinsamen Gespräch im Vorfeld der Wahlen ein: "Europa braucht uns als demokratische Bürgerinnen und Bürger, um gemeinsam am Haus Europa zu bauen", so Bischof Zsifkovics, der sich ausdrücklich bei der Katholischen Aktion für deren Engagement für Europa und ein zivilgesellschaftlich-demokratisches Bewusstsein bedankte.

Das demokratische Herz Europas
Am 26. Mai findet in Österreich die Wahl zum Europäischen Parlament als das demokratische Herz und das einzige direkt gewählte Organ der Europäischen Union statt. Das Europäische Parlament entscheidet über europäische Gesetze und über den EU-Haushalt, wählt den Präsidenten der Europäischen Kommission und übt wichtige Kontrollaufgaben gegenüber den anderen EU-Institutionen aus.

Kern: "Wir alle sind Teil der EU und jede/jeder ist wichtig"
"Jede und jeder von uns ist Teil der Europäischen Union. Die EU beeinflusst uns und unsere Gesellschaft. Und umgekehrt ist jede und jeder Einzelne wichtig", betonte KA-Generalsekretärin Alexandra Kern. Europa sei nicht bloß eine Idee, sondern "ein realer Ort, der viele Möglichkeiten bietet, die sich aus offenen Grenzen und Begegnungsräumen ergeben. Europa, das ist ein realer Ort, der getragen wird vom Prinzip eines friedvollen und gerechten Miteinanders", so Kern. Es liege an uns allen, dieses Friedens- und Gerechtigkeitsprojekt weiterzuentwickeln.

Zsifkovics: Europa hat dem Burgenland viel gegeben
Bischof Zsifkovics erinnerte in dem Gespräch mit den Spitzenvertretern der KA daran, dass gerade das Burgenland Europa viel zu verdanken habe. "Wir im Burgenland haben über Jahrzehnte hautnah miterlebt, wie der Eiserne Vorhang Europa in zwei Hälften zerrissen hat. Gerade hier haben wir den eisernen und eisigen Atem von Diktatur und Totalitarismus, der jenseits einer unbarmherzigen Grenzziehung wehte, gespürt. Gerade hier im Burgenland haben wir Hilfe und Förderung vom Gemeinschafts- und Friedensprojekt Europa erhalten. Es ist eine Frage der demokratischen Verantwortung, an der Wahl zum Europäischen Parlament teilzunehmen", betonte der Bischof.

Goldenits: Aktive Mitbestimmung ernstnehmen
KA-Präsident Peter Goldenits griff den Gedanken der Verantwortung für Europa unmittelbar auf: "Was uns jedoch sehr bewusst sein sollte ist die Tatsache, dass aktive Mitbestimmung und freie Wahlen kein Geschenk sind, sondern in vergangenen Jahrzehnten hart erkämpft wurden. Und wer nicht wählen geht, darf sich nachher nicht wundern, dass es anders gekommen ist, als er es gerne gehabt hätte." Durch niedrige Wahlbeteiligung könne, wie bereits in einigen Staaten ersichtlich, eine relativ kleine Gruppe an Wählern in einem überrepräsentativen Sinne große Entscheidungen und Veränderungen herbeiführen, so Goldenits: "Umso mehr sollte uns allen bewusst sein, dass es nicht nur ein Grundrecht, sondern eigentlich vielmehr eine Grundpflicht in einer Demokratie ist, wählen zu gehen."

Grundwerte dürfen nicht zum Feigenblatt verkommen
"Genau deshalb", so die direkte Replik von Bischof Zsifkovics, "dürfen wir Europa und damit unsere eigene Zukunft nicht fremdbestimmen und bloß anderen oder dem Zufall überlassen. Europa braucht uns als demokratische Bürgerinnen und Bürger, die bereit sind, gemeinsam am Haus Europa zu bauen." Wichtig für das europäische Projekt sei es, sich auf dessen grundlegende Prinzipien zurückzubesinnen. Denn "nicht der Euro ist die wichtigste Während des EU-Raumes, sondern die mit unantastbarer göttlicher Würde ausgestattete Person. Das europäische Friedensprojekt braucht Grundwerte wie Solidarität als Gegenmodell zu Egoismus und Gier, Spiritualität im Sinne einer Offenheit für Transzendenz und Barmherzigkeit. Sie dürfen kein Feigenblatt der politischen Gestaltung sein, sondern müssen in deren Kern stehen", fordert Bischof Zsifkovics.

Beispiel Klima: Nur gemeinsam können wir etwas erreichen
Für KA-Generalsekretärin Alexandra Kern sei es gerade für Christen und Christinnen eine wichtige "Aufgabe und Herausforderung, Europa mitzugestalten, vor allem im Hinblick auf Frieden, Austausch und Gemeinschaft. Im Bereich des Klima- und Umweltschutzes, insbesondere vor dem Hintergrund des Pariser Klimaabkommens, können wir nur gemeinsam, als Europäische Union, etwas erreichen."

Appell an Jungwähler
Der KA-Präsident appelliert auch an junge Menschen, von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen: "Für viele junge Wählerinnen und Wähler wird es zudem die erste Wahl sein, an der sie teilnehmen, da sie erst 16 Jahre alt geworden sind. Das junge Wahlalter ist Chance und Herausforderung zugleich, gute Vorabinformation über die Inhalte und Themen der wahlwerbenden Parteien umso wichtiger." Bei allen Diskussionen zu einzelnen Themen, bei allen Meinungsunterschieden dürfe man, betonte der KA-Präsident im Gespräch mit Bischof Zsifkovics und Alexandra Kern, nie vergessen, dass uns die europäische Union vor allem eines gebracht hat - eine bislang nie dagewesene Phase des Friedens und der Freiheit! Schützen wir diese Werte und nutzen unsere Chance auf Mitbestimmung!"

 

 

 

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