Interreligiöser Dialog beim Iftar-Essen

 

erstellt am
29. 05. 19
13:00 MEZ

Land Tirol und Stadt Innsbruck luden zum gemeinsamen Fastenbrechen
Innsbruck (lk) - Bereits zur Tradition geworden ist das Iftar-Essen, das Land Tirol und Stadt Innsbruck alljährlich während des Fastenmonats Ramadan ausrichten und dazu VertreterInnen der islamischen Glaubensgemeinschaften sowie anderer Religionsgemeinschaften ins Landhaus luden. Iftar, das muslimische Fastenbrechen, ist das Mahl nach Sonnenuntergang, bei dem zum ersten Mal an den Tagen der Fastenzeit Essen und Trinken zu sich genommen wird.

„Dieses Iftar-Essen ist jedes Mal etwas ganz besonderes für mich. Viele engagierte Menschen aus Politik, Zivilgesellschaft, der Wissenschaft und natürlich den Religionen kommen zusammen und zelebrieren gemeinsam dieses Ritual, das im Zeichen des friedlichen Miteinanders steht“, betont Integrationslandesrätin Gabriele Fischer. „Für dieses friedliche Miteinander müssen wir uns den Menschen zuwenden, dürfen sie nicht ausgrenzen, bewerten und abwerten und uns immer selbst die Frage stellen: Akzeptieren wir andere Menschen, andere Kulturen, andere Religionen und andere Lebensweisen?“. Eine homogene Gesellschaft gebe es nicht, so die Landesrätin weiter, und die Vielfalt in Meinungen, Lebenseinstellungen und Lösungen sei die Stütze und der Schatz unseres Gemeinwesens.

Auf den Ramadan als Zeit der religiösen Einkehr, des Miteinanders und auf die große Symbolkraft des Fastenmonats verwies Hülya Ekinci, Frauenbeauftragte der Islamischen Religionsgemeinde: „Muslime und Nicht-Muslime kommen beim Iftar-Essen zusammen, gehen aufeinander zu und erfahren mehr übereinander. Mögen diese Begegnungen diese Beziehungen noch mehr stärken“.

Zekirija Sejdini, Vorsitzender der Professur für islamische Religionspädagogik, verwies in seiner Ansprache auf das typisch österreichische Sprichwort „Durchs Reden kommen d‘Leut zam“ – dies gelte noch mehr für das Essen und umso mehr, wenn es ein interreligiöses Zusammentreffen sei. „Der Ramadan ist eine Gelegenheit, einen Gang zurückzuschalten, sich auf das Wesentliche zu besinnen und Akzente zu setzen. Es braucht eine Zeit, in der das Immaterielle vor das Materielle gestellt wird, denn so geht man achtsamer mit seinen Mitmenschen um und besinnt sich seiner Spiritualität“.

 

 

 

zurück

 

 

 

 

Kennen Sie schon unser kostenloses Monatsmagazin "Österreich Journal" in vier pdf-Formaten? Die Auswahl finden Sie unter http://www.oesterreichjournal.at