So brummt der Wirtschaftsmotor Ostregion

 

erstellt am
18. 06. 19
13:00 MEZ

Bürgermeister Ludwig im Ringturm-Talk
Wien (rk) - Wien, Niederösterreich und das Burgenland – die sogenannte Ostregion – ist der Wirtschafts-Turbo des Landes. Wie aber bleibt der Wirtschaftsmotor Ostregion auf Touren? Darüber haben Wiens Bürgermeister und Landeshauptmann Michael Ludwig und seine Amtskollegin aus Niederösterreich, Johanna Mikl-Leitner und Burgenlands Landeshauptmann Hans-Peter Doskozil am 17. Juni beim UNIQUE talk im Wiener Ringturm diskutiert. Das Fazit: Die Stärken der Region können nur ausgespielt werden, wenn die drei Länder kooperieren.

„Wien ist die am stärksten wachsende Stadt in der EU, die zweitgrößte Stadt im deutschsprachigen Raum und mit neun Unis und 200.000 Studierenden bereits die größte Uni-Stadt vor Berlin“, sagte Ludwig. Von dieser Stärke profitiere die gesamte Ost-Region. „Wir müssen alle an einem Strang ziehen.“

Für ein „Miteinander“ von Wien, Burgenland und Niederösterreich plädierte auch Mikl-Leitner. Sie machte Digitalisierung und Verkehr als größte Herausforderungen für die Region aus.

Für die mehr als 270.000 Menschen, die täglich nach Wien einpendeln, brauche es bessere Öffi-Verbindungen mit einem dichteren Takt um den Umstieg vom Auto auf die Schiene attraktiver zu machen, sagte Mikl-Leitner. Das Burgenland werde mittelfristig keinen Verkehr mehr auf der Straße nach Wien fördern, sondern Pendlerinnen und Pendler konsequent auf die Bahn verweisen, sagte Doskozil.

„Wien hat es mit dem Ausbau der U-Bahn und dem 365-Euro-Ticket geschafft, den ‚Modal Split‘ zugunsten der Öffis zu verschieben. Jahreskarte und Öffi-Ausbau sind ein gutes Instrument um Klimaziele zu erreichen“, sagte Ludwig. Neben den Öffi-Ausbau brauche es aber weitere Verbindungen zwischen Wien, Niederösterreich und dem Burgenland – konkret den Ausbau der Nordost-Umfahrung und den Lobautunnel.

„Die Zeit der politischen Schrebergärten ist vorbei“, sagte auch Burgenlands Landeschef Doskozil. Neben dem Verkehr brauche es vor allem bei der Gesundheitsversorgung länderübergreifende Koordination.

Bei Bildung und Ausbildung sahen die drei Landeshauptleute den Bund in der Pflicht. Dieser müsse mehr Studienplätze schaffen – für technische Fächer und vor allem für Medizin.

Ein weiterer Faktor für den Erfolg einer Region seien Fachkräfte und Infrastruktur. „Wien hat sich als Biotech-Hub etabliert. Jetzt wollen wir die Felder Telekommunikation und Digitalisierung weiter ausbauen. Ein erster Schritt ist die Ausrollung des 5G-Netzwerkes in Wien, von dem Start-Ups im Tech-Bereich profitieren“, sagte Ludwig. Bei den Fachkräften setzt Wien auf Bildung und Ausbildung. „Mit dem Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfond – waff unterstützt Wien die Fortbildung von weniger gut ausgebildeten Arbeitskräften oder älteren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die sich am Jobmarkt schwer tun“, sagt Ludwig.

Thema bei der Diskussion waren auch die Turbolenzen in der Bundespolitik und die ExpertInnenregierung. „Die Ereignisse in der Bundespolitik zeigen, dass wir eine funktionierende Verfassung haben“, sagte Ludwig. Dass das Parlament jetzt ein stärkeres Gewicht und stärkere Rolle gegenüber der Bundesregierung bekommt, sei „interessant“, so Ludwig. Er sah Wien als Gegenentwurf zum Bund, wo bereits zwei Bundesregierungen binnen kürzester Zeit „an die Wand gefahren“ worden seien. „Wien ist stabil“, sagte Ludwig. Er schloss vorgezogene Wahlen aus: „Wir sind da um für die Menschen zu arbeiten.“

 

 

 

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