Diözese Eisenstadt gibt Burgenländischer
 Kunstbiennale ein Zuhause

 

erstellt am
06. 08. 19
13:00 MEZ

TRANSFORM ARTE von 30.8. bis 1.9. wird mehr als 30 junge KünstlerInnen präsentieren Bischof Ägidius Zsifkovics öffnet Tore der ehemaligen Pädagogischen Akademie für zeitgenössische Kunst
Eisenstadt (martinus) - Nachdem 2017 der Kunstverein ART HOUSE PROJECT die Eisenstädter Kunstmesse TRANSFORM ART ins Leben gerufen hatte, soll nun im Stile einer Biennale dieses Pilot- und Pionierprojekt von 30. August bis 1. September seine Fortsetzung erfahren. Damit dies in entsprechender Umgebung und mit genügend Raum und Entfaltung für Künstler und Besucher stattfinden kann, hat der Eisenstädter Diözesanbischof Ägidius J. Zsifkovics die Tore der ehemaligen Pädagogischen Akademie der modernen Kunst geöffnet. Mit großem Einsatz der Veranstalter, des Künstlerpaares Viktor Sales und Nora Demattio, wird das charmante Gebäude aus den 1960er Jahren für die bevorstehende Biennale gerade neu in Szene gesetzt. Markus Zechner, Bauamtsdirektor der Diözese Eisenstadt, und sein Team sorgen für die technische Unterstützung.

Über 30 Künstler an drei Tagen in einer Location
Mehr als 30 zeitgenössische Künstlerinnen und Künstler aus vier Kontinenten werden von 30.8. bis 1.9. ihre Werke in einer Ausstellung auf über 800 m² präsentieren. Mit einem 3-Tage-Programm, das Live Painting, Graffiti, Workshops, literarische und musikalische Acts sowie kulinarischen Genuss umfasst, bietet sich Interessierten die Möglichkeit, noch tiefer in die faszinierende und transformierende Welt der Kunst einzutauchen. Ziel der TRANSFORM-ARTE ist es, die Kunstszene im Burgenland zu öffnen und die künstlerische Zusammenarbeit zu expandieren. Großzügige Unterstützung erhält ART HOUSE PROJECT unter anderem durch die Diözese Eisenstadt und die Landeshauptstadt Eisenstadt.

Diözese: Künstlerische Nutzung in der Übergangszeit
Mit der "alten PÄDAK" befindet sich die Diözese Eisenstadt im Besitz eines gleichermaßen traditionsreichen wie architekturgeschichtlich interessanten Hauses in prominentester Eisenstädter Lage. Das in den vergangenen Jahren ungenutzte Gebäude ist derzeit Gegenstand intensiver Überlegungen, wie eine kirchlich affine, inhaltlich sinnvolle und ökonomisch verantwortungsvolle Nutzung der Liegenschaft in Zukunft aussehen kann. In dieser Phase des Übergangs (=Transformation) bietet das Gebäude der Diözese internationalen Künstlern unter dem Namen ART HOUSE PROJECT den großzügigen Rahmen für Kreativprozesse. Diese werden in der Kunstmesse TRANSFORM-ARTE gipfeln und so der Wunsch und die Hoffnung der Diözese Eisenstadt dadurch eine Dynamik erzeugen, deren Kreativität die bevorstehende große Transformation der "alten PÄDAK" selbst inspirierend begleiten soll.

Bischof Zsifkovics: "Mit moderner Kunst aus transzendenten Quellen schöpfen"
Diözesanbischof Ägidius J. Zsifkovics über seine Motivation, moderne Kunst unter dem Dach der Diözese zu beherbergen: "Als Hausherr bin ich glücklich, gerade der modernen Kunst Raum geben zu können. Kunst und Kirche waren jahrhundertelang eins und sind es eigentlich immer noch, wenn man sich von ideologischen Altlasten auf beiden Seiten befreit. Auf eine Kurzformel gebracht: Ohne moderne Kunst keine moderne Kirche! Ich bin dankbar, dass Nora Demattio und Victor Sales das Angebot der Diözese so freudig angenommen haben und mit so viel Energie kreative Prozesse vorantreiben. Mein großer Dank gilt aber auch allen anderen Unterstützern des Projekts aus den Bereichen Stadt, Land und Zivilgesellschaft. Sie beweisen damit ein waches Sensorium für die transzendenten Quellen, aus denen unsere Gesellschaft ständig schöpfen muss, um human zu bleiben."

Kein Glasperlenspiel, sondern existentielle Angelegenheit
Dominik Orieschnig, Pressesprecher der Diözese Eisenstadt, ergänzt: "Warum sind wir so glücklich über diese besondere Form der provisorischen Nutzung des Gebäudes? Weil Kunst kein Glasperlenspiel, sondern eine existentielle Angelegenheit ist. Gerade moderne Kunst bietet Anlass für eine Auseinandersetzung mit der eigenen Zeit. Die in ihr vorhandene spirituelle Dimension erlaubt nicht selten eine eigenständige, gänzlich neue Deutung moderner Werke. So ist gerade die Kirche aufgefordert, sich ständig für moderne Kunst stark zu machen. Das entspricht ganz dem schöpferischen Freiheitsgeist des Christentums und eröffnet der Gesellschaft ständig neue Freiräume gegenüber ideologischen Zwängen." Orieschnig fügt in Hinblick auf die an der Biennale teilnehmenden Künstler hinzu: "Dass wir neben blutjungen Newcomern auch bereits international reüssierende Künstler wie Camillo Stepanek, Tom Lohner, dessen Bilder bei Lady Gaga hängen, Wolfgang Abfalter, Jerson Jimenez oder den Burgenländer Florian Lang unter unserem Dach haben werden, macht uns stolz und wird unserer eigenen Kreativität als Kirche sicher nicht schaden."

Eisenstadts Bürgermeister unterstützt die Kunst der neuen Wege
Einen großen Beitrag zum Gelingen der Kunstmesse leistet die Stadt Eisenstadt. "Es freut mich, dieses Projekt unterstützen zu können. Nora und Victor leisten mit dem ART HOUSE PROJECT schon seit mehreren Jahren einen tollen Beitrag zur Kunstszene in der Landeshauptstadt und überzeugen mit ihren oftmals unkonventionellen und erfrischenden Herangehensweise an zeitgenössische Kunst", erklärt Bürgermeister Thomas Steiner. Für die Stadt wurde Victor Sales bereits bei der Gestaltung des Urban Gardening Geländes aktiv: Gemeinsam mit anderen Graffiti-Künstlern schuf er die auffällig-kunstvolle Fassade des Gebäudes in der Ruster Straße.

Pädagogisches und künstlerisches Traditionshaus mit "Shabby Chic"
"Sie waren alle da!", erzählt Camillo Demattio, Vater von Co-Veranstalterin Nora Demattio und Lehrer an der Pädagogischen Akademie von 1971 bis 2008, und zählt einige der Stars auf, die vor Jarzehnten im Großen Saal der alten PÄDAK aufgetreten sind: "Die Gitarrenvirtuosen Los Romeros, der Pianist Friedrich Gulda, der Komponist und Organist Anton Heiller, die Los-Angeles-Jubilee-Singers und der damals noch ganz junge Franz Welser-Möst, der den den Eisenstädter Haydn-Chor dirigierte damals hat man gleich gesehen, dass sich der zarte Bub, für den er anfangs angesehen wurde, sehr wohl gegenüber einem großen Ensemble durchsetzen kann." Der ehemalige Professor für Musikdidaktik mit Schwerpunkt Instrumentalmusik und Pädagogik blickt in spürbarer Verbundenheit mit dem alten Gebäude auch etwas wehmütig zurück auf die große Vergangenheit des Hauses. "Natürlich wurde mit der Verlegung des Standortes 2008 die Lehrerausbildung in moderner Form weitergeführt. Was aber meines Erachtens leider verloren gegangen ist, ist die stimmungsvolle Umgebung, die das Haus und der Wolfgarten geboten haben." Mit der TRANSFORM ARTE vom 30.8. bis 1.9. kehrt nun etwas von diesem Geist zurück.

 

 

 

Weitere Informationen:
https://www.transform-arte.at/
Allgemeine Informationen:
http://www.martinus.at

 

 

 

 

 

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