Wohnortnahe Mädchen- und Frauenberatung

 

erstellt am
14. 08. 19
13:00 MEZ

LRin Fischer im Austausch mit dem Mädchen- und Frauenberatungszentrum Bezirk Kitzbühel und dem Frauenzentrum Osttirol
Innsbruck (lk) - „Frauenberatung und Gewaltprävention müssen nahe an den Menschen sein“, betont Frauenlandesrätin Gabriele Fischer. Aus diesem Grund sieht das Impulspaket Soziales auch Fördermittel für Frauen- und Mädchenberatungsstellen sowie Gewaltprävention vor. So erhalten im Osten Tirols das Mädchen- und Frauenberatungszentrum in St. Johann und das Frauenzentrum Osttirol insgesamt über 36.500 Euro an Landesmitteln.

Nachdem das Mädchen- und Frauenberatungszentrum Bezirk Kitzbühel in St. Johann in größere Räumlichkeiten übersiedelt ist, nutzte LRin Fischer die Gelegenheit, die Mitarbeiterinnen an ihrer neuen Wirkungsstätte zu besuchen. Die Beratungen sind frauenspezifisch, parteilich, kostenlos und anonym. 2018 verzeichnete die Beratungsstelle insgesamt 908 Kontakte, wobei sich die hilfesuchenden Frauen und Mädchen vorwiegend mit Fragestellungen zu finanziellen Angelegenheiten und Existenzsicherung, aber auch psychischer Überlastung bzw. belastenden Lebensumständen, Krankheit und Pflege sowie Konflikte und Gewalt an die insgesamt vier Beraterinnen wandten. „Für Frauen in akuten Notsituationen stehen drei Übergangswohnungen zur Verfügung. Vergangenes Jahr verzeichneten wir insgesamt 1.320 Übernachtungen von in Summe fünf Frauen – davon zwei mit je einem Kind“, berichtet Renate Magerle, Obfrau des Vereins Mädchen- und Frauenberatungszentrum Bezirk Kitzbühel.

Über eine Übergangswohnung verfügt auch das Frauenzentrum Osttirol, welche 2018 an 253 Tagen genutzt wurde. „Dort fanden insgesamt fünf Frauen und ein Kind Schutz“, berichtet Brigitte Schieder vom Leitungsteam. Insgesamt verzeichnete das Frauenzentrum Osttirol 2.275 Kontakte mit Klientinnen, 287 Mädchen und Frauen wandten sich an die Beratungsstelle. Im Bezirk Lienz rangierten die Inhalte der Beratungen von sozialen Fragen über Gewalt, Beziehung, Wohnen und Armut.

„Hauptthema bei meinem Austausch mit beiden Frauenberatungsstellen war die Förderung durch den Bund“, berichtet LRin Fischer. „Trotz des Impulspakets Soziales können wir seitens des Landes die Kürzungen von Bundesseite nicht zur Gänze abfedern“. Ein wichtiges Anliegen ist eine bundesweite Regelung und eine Beteiligung des Bundes bei der Finanzierung der Unterbringung und Versorgung von sogenannten high risk victims: „Frauen, die massiv von Gewalt bedroht sind, brauchen dringend räumliche Distanz zu den für sie gefährlichen Situationen und sollen in einem anderen Bundesland Schutz finden“, betont LRin Fischer. Auch ein Ausbau der Übergangswohnungen und die ausreichende Finanzierung der Frauen- und Mädchenberatungen durch den Bund stehen ganz oben auf der Agenda. „Ich werde mich weiterhin einsetzen, dass der Bund die Förderungen im Gewaltschutz und der Gewaltprävention erhöht“, stellt LRin Fischer klar.

 

 

 

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