Stone Telling - Vermessung einer Feminotopie

 

erstellt am
10. 09. 19
13:00 MEZ

Gruppenausstellung im Kunstraum Niederösterreich von 03.10. bis 30.11.2019
Wien (kunstraum nö) - Wie können wir angesichts der zunehmenden Zerstörung unseres Planeten zukünftig miteinander leben? Seit den 70er Jahren beschäftigen sich feministische Science-Fiction- Autorinnen mit noch nicht erzählten Geschichten, die die Welt, wie wir sie zu kennen glauben, neu zusammensetzen und gesellschaftliche Zukunftsvisionen formulieren. Mit der Ausstellung Stone Telling entwirft der Kunstraum Niederoesterreich einen Möglichkeitsraum, in dem die zeitgenössische Rezeption von feministischer Science-Fiction in der Gegenwartskunst und das Potenzial von queer-feministischem spekulativem Storytelling verhandelt werden. Kuratiert von Daniela Hahn und Andrea Lehsiak zeichnen die gezeigten Positionen eine Art der Geschichtsschreibung, die sich einer patriarchalen, kolonialen und xenophoben Auslegung zugunsten eines radikal anderen Erzählraums entzieht - dem einer Feminotopie: "Betrachtet man Science-Fiction nicht als Genre, sondern als Modus, sieht man das schöpferische Potential, einen Raum voller Möglichkeiten. Abseits bestehender Narrative liefert feministische Science Fiction das Fundament einer Utopie des diversen Miteinanders." (Daniela Hahn und Andrea Lehsiak)

Der Titel der Ausstellung Stone Telling referiert auf die gleichnamige Protagonistin aus dem Buch Always Coming Home (1985) der amerikanischen Science-Fiction-Autorin Ursula K. Le Guin, dessen Handlung in einer weit entfernten, postapokalyptischen Zukunft spielt. Halb ethnographischer Bericht, halb Erzählung, macht sich die Autorin auf eine (zukünftige) Spurensuche und lässt eine Welt entstehen, in der Zukunft und Gegenwart verschmelzen - in Richtung einer Archäologie der Zukunft. Dementsprechend spinnen die in der Schau gezeigten künstlerischen Arbeiten die Fäden zwischen Fakten und Fiktion neu und fordern uns heraus, unsere Rezeption der Gegenwart neu zu denken. Von speziesübergreifenden Symbiosen über das Sichtbarmachen verborgener Dimensionen bis hin zur konkreten Aktivierung der feministischen Utopie - Stone Telling richtet den Blick auf das, was sein könnte. Denn Widerstand gegen hierarchische Narrative bedeutet Widerstand dagegen, alles hinzunehmen, wie es uns immer schon präsentiert wurde. Im Kunstraum Niederosterreich können Alternativen gefunden werden.

 

 

 

Weitere Informationen:
http://www.kunstraum.net/

 

 

 

 

 

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