OÖ ist neben Schweden das Biomasseland Europas  

erstellt am
28. 02. 07

Anschober bei europäischer Pelletskonferenz Biomasseland Oberösterreich durchstößt erstmals Millionen-Grenze
Linz (lk) - Biomasse-Boom bringt mehr Unabhängigkeit, Wertschöpfung in der Region und Schub für Klimaschutz: erstmals mehr als 1 Mio. Tonne Biomasse pro Jahr in Oberösterreich zur Energieerzeugung verwendet, erstmals dadurch mehr als 1 Mio. Tonne CO2 eingespart

Der Boom an Biomasseanlagen setzt sich in Oberösterreich konsequent fort - Oberösterreich ist neben Schweden das Biomasseland Europas: bereits 28.000 Kleinfeuerungsanlagen (davon 12.000 Pellets), 528 mittelgroße Biomasseheizanlagen (davon 235 Fern- und Nahwärmeprojekte) und neun große Kraftwärmekopplungs-Anlagen sind in Betrieb und leisten einen wichtigen Beitrag zur Energiewende weg von Öl, berichtete Energie-Landesrat Rudi Anschober bei der heutigen Eröffnung der europäischen Pelletskonferenz im Rahmen der World Sustainable Energy Days, wo erstmals über 1.000 Expert/innen aus 61 Ländern teilnehmen.

Österreich ganz vorne im Ranking bei Pelletsproduktion und -verbrauch
Präsentiert wurde im Rahmen der Konferenz u.a. ein Länderranking der internationalen Pelletsproduktion und des Pelletsverbrauchs. Österreich liegt ganz vorne dabei:

Pelletsproduktion:

  1. Schweden mit 1,4 Mio. Tonnen/Jahr
  2. Kanada mit 1,2 Mio. Tonnen/Jahr
  3. USA mit 1,1 Mio. Tonnen/Jahr
  4. Österreich mit 600.000 Tonnen/Jahr. In Österreich hat dabei die Produktion im Zeitraum von 2004 auf 2006 verdoppelt!


Im jährlichen Pelletsverbrauch liegt Österreich hinter Schweden, USA, Dänemark und Deutschland mit 400.000 Tonnen an fünfter Stelle.

Pelletspreise seit Dezember nun wieder deutlich sinkend
Eine gute Nachricht für Pelletskonsument/innen ist die derzeitige Preisentwicklung: die Pelletspreise gehen nach deutlichen Preiserhöhungen bis November nun seit Dezember zurück, der derzeitige Preis für eine Tonne Pellets beläuft sich auf 199 Euro.
Das Land Oberösterreich hat bereits im Herbst aus Sorge um die Glaubwürdigkeit von Pellets als wichtigem Bestandteil erneuerbarer Energie und damit der angestrebten Energiewende auf Initiative von Umwelt- und Energie-Landesrat Rudi Anschober eine Reihe von Initiativen gegen weitere Preissteigerungen gestartet. Die wichtigsten sind u.a:

1. Verstärkte Preiskontrollen: in einer Besprechung mit der AK wurde die Möglichkeit einer Untersuchung nach dem Kartellgesetz wegen des Verdachts von Preisabsprachen untersucht. Nachdem die AK dies als völlig aussichtslos bewertet, werden gemeinsam von AK und Land die Preiskontrollen verschärft, vom Land wurde zusätzlich die Bundes-Wettbewerbsbehörde eingeschaltet. Diese hat mittlerweile ihre Ermittlungen abgeschlossen und keine Belege gefunden.

2. Produktionserhöhung: In einem Runden Tisch wurde gemeinsam mit Agrar-Landesrat Dr. Josef Stockinger an Pelletsindustrie und Pelletshandel appelliert, keine weiteren Preissteigerungen mehr durchzuführen. Die Pelletswirtschaft hat dabei zugesagt die Pelletsproduktion in OÖ von derzeit 40.000 Tonnen zu vervierfachen. Dies sollte zu einer spürbaren Entspannung der Preisentwicklung führen.

3. Pelletsreservelager: Gleichzeitig wurde geprüft in wie weit es machbar und sinnvoll sein kann, dass in Zukunft Pelletsreservelager angelegt werden, um Versorgungssicherheit zu garantieren und die Preisentwicklung entspannen zu können. Auf Initiative von Landesrat Anschober hat sich die Pelletswirtschaft selbstverpflichtet, dass 30 % der im Winter ausgelieferten Ware auf Lager zu halten ist, wobei der Lageraufbau zwischen Ende September und Ende November erfolgt und der Lagerabbau ab Ende Jänner erfolgen darf.

 
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