Salzburger Physiker mit Weltbedeutung  

erstellt am
17. 03. 03

Zahlreiche Aktivitäten des Christian-Doppler-Fonds sollen an Leben und Werk des Salzburger Physikers erinnern
Salzburg (lk) - Im Jahr 2003 jährt sich der Geburtstag von Christian Doppler zum 200. Mal und der Todestag des weltberühmten Salzburger Physikers zum 150. Mal. Aus diesem Anlass plant der Christian-Doppler-Fonds eine Reihe von Aktivitäten, um seines Lebens und Wirkens sowie seinen Werken in gebührender Form zu gedenken, teilte der Vizepräsident des Christian-Doppler-Fonds, Hofrat Dr. Peter Mittermayr am Freitag (14. 03.) bei einem Informationsgespräch mit. Publikationen, Filme, ein Symposion und Kongresse sowie die Neugestaltung der Christian Doppler Forschungs- und Gedenkstätte sind dabei die wichtigsten Vorhaben. Zugleich wurde heute auch der Tätigkeitsbericht des Christian-Doppler-Fonds für die Jahre 1987 bis 2002 präsentiert, der als Sonderpublikation (Nr. 183) in der Schriftenreihe des Landespressebüros erschienen ist.

Mit dem Neubau der Naturwissenschaftlichen Fakultät der Salzburger Universität im Jahr 1986, der Errichtung eines Technologiezentrums und dem Ausbau und der Entwicklung der Computerforschung wurde im Land Salzburg die bislang vernachlässigte Auseinandersetzung mit der Naturwissenschaftlichen Tradition bewusst.

Unter den Salzburger Naturwissenschaftern, technischen Pionieren und Erfindern von internationaler Bedeutung nimmt Christian Andreas Doppler einen besonderen Rang ein. Während seiner Forschungs- und Entwicklungsarbeit gewann er Erkenntnisse, die heute als Meilensteine in den Naturwissenschaften gelten. Mit seinem im Jahr 1842 veröffentlichten Werk „Über das farbige Licht der Doppelsterne" legte er die Basis für viele Entdeckungen und Erfindungen der nachfolgenden Jahrzehnte. Der zu seinen Ehren benannte „Doppler-Effekt" wird heute vor allem in der Medizin, in der Navigation, in Astronomie und Physik sowie in vielen technischen Bereichen angewendet.

Forschung zum Nutzen der Menschheit
So hat sich der im Jahr 1987 gegründete „Christian-Doppler-Fonds" zur Aufgabe gestellt, den in Salzburg geborenen Naturwissenschafter Christian Andreas Doppler einer breiteren internationalen Öffentlichkeit bekannter zu machen. Diesem Ziel wurde der Fonds u. a. durch die Veranstaltung von Symposien, Herausgabe von Publikationen, Namensgebungen von Institutionen, die Aufstellung von Büsten und Gedenktafeln sowie die Zusammenarbeit mit den Gedenkstätten Prag und Venedig gerecht. Motto für die Aktivitäten des Fonds bildet folgender Leitspruch von Christian Doppler: „Die lohnendsten Forschungen sind diejenigen, welche, indem sie den Denker erfreu’n, zugleich der Menschheit nützen".

Besondere Höhepunkte der Tätigkeit des unter der Präsidentschaft von Landeshauptmann Dr. Franz Schausberger stehenden Fonds waren die Errichtung einer Dauerausstellung über Christian Doppler im Haus der Natur im Jahr 1990 sowie die Einrichtung einer Christian Doppler Forschungs- und Gedenkstätte in dessen Geburtshaus, Makartplatz 1.

Neugestaltung der Christian Doppler Forschungs- und Gedenkstätte
Im Gedenkjahr 2003 wird nun die Neugestaltung dieser Räume nach modernen, ausstellungstechnischen und museumspädagogischen Gesichtspunkten erfolgen. Des Weiteren wird im August ein Standardwerk in deutscher und englischer Sprache nach dem neuesten Wissensstand zu Christian Doppler und seinem Effekt sowie dessen moderne Anwendungen erscheinen.

Mehrtägiges Symposion im Oktober in Salzburg
In der Zeit vom 2. bis 5. Oktober findet ein großes mehrtägiges Symposion in der Salzburger Residenz mit prominenter internationaler Beteiligung zu den Themen Physik, Astronomie, Verkehr und Technik sowie Medizin samt einer geschichtlichen Betrachtung statt. Den Festvortrag zur Eröffnung wird Prof. Anton Zeilinger vom Institut für Experimentalphysik der Universität Wien zum Thema „Christian Doppler und sein Jahrtausendeffekt" halten. Prof. Zeilinger ist Nachfolger am Lehrstuhl von Christian Doppler.

Weitere Aktivitäten sind die Erstellung einer Spielfilmdokumentation mit der Erstaufführung am 4. Oktober in den Kammerspielen. Das ORF-Landesstudio Salzburg gestaltet einen TV-Film, der im November ausgestrahlt werden soll. Die internationalen Aktivitäten an den Wirkungsstätten Christian Dopplers werden fortgesetzt. Auch die Universität Venedig veranstaltet Anfang November einen internationalen Kongress. Die Gedenktafel für Christian Doppler an seinem Sterbehaus sowie das Grabmal des Physikers in Venedig werden restauriert.

Bereits Anfang nächster Woche, am Montag, 17. März, wird auf Initiative des Salzburger Stadtvereines und des Internationalen Forschungszentrums für Wissenschaften anlässlich der 150. Wiederkehr des Todestages von Christian Doppler in der Stiftskirche St. Peter (18.00 Uhr) von Erzbischof Dr. Alois Kothgasser ein Gedenkgottesdienst zelebriert. Anschließend ist auch die akademische „Thomas-Feier" in der Aula der Edmundsburg dem Gedenken an den Salzburger Physiker gewidmet.
     
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