Wissenschaft und Technik
der Woche vom 30. 04. bis 06. 05. 2002

   
LH Haider: In Forschungsstandort Kärnten wird massiv investiert
Mit seinen Forschungsausgaben liegt Kärnten um fast 60 Prozent über Österreich-Schnitt
Klagenfurt (lpd) - Kärnten ist bei den Ausgaben für Forschung und Forschungsförderung "einfach Spitzenklasse". Dies teilte Landeshauptmann Jörg Haider unter Hinweis auf aktuelle Erhebungen mit, wonach Kärnten österreichweit an zweiter Stelle liegt und nur noch von Vorarlberg übertroffen wird. Bei einem Bevölkerungsanteil von 7 Prozent betrug der Anteil an Forschungsausgaben im Jahre 2001 ganze 11 Prozent. Auch die Ausgabensteigerung im Jahresabstand war mit einem Plus von 9,4 Prozent überdurchschnittlich, betrug der Österreich-Schnitt ja nur 4,4 Prozent.
Wie Haider feststellt, habe man sowohl mit Bildungs- und Technologieoffensiven als auch offensiver Wirtschafts- und Ansiedlungspolitik die richtigen Schwerpunkte gesetzt. Die Investitionen in zukunftsträchtige Branchen seien erfolgreich, es gebe einen enormen Aufschwung im IT- und High-Tech-Bereich. Auch Wirtschaftsforscher haben die nachhaltige Verbesserung der Pro-Kopf-Wertschöpfung und damit eine Steigerung der Kaufkraft in Kärnten mehrfach bestätigt, unterstrich der Landeshauptmann.
Forschungsausgaben seien Zukunftsinvestitionen. In diesem Zusammenhang wies der Landeshauptmann auch auf den geplanten internationalen "Lakeside Software Park" im Nahbereich der Universität Klagenfurt hin, der mit einem Investitionsaufwand von rund 37 Mio. Euro ein faszinierendes und enorm wichtiges IT-Zukunftsprojekt für Kärnten sei, welches Forschung, Anwendung und Unternehmer verbinde.
Besonders deutlich offenbart sich die Wertigkeit der Forschungsausgaben Kärntens in den Pro-Kopf-Vergleichen. Im Jahr 2001 wurden in Kärnten pro Kopf der Bevölkerung 43,82 Euro (603 ATS) für Forschung und Forschungsförderung ausgegeben. Der Bundesdurchschnitt lag bei vergleichsweise bescheidenen 27,62 Euro (380 ATS) pro Kopf. Damit weist Kärnten - umgelegt auf die Einwohnergleichwerte - den zweithöchsten Betrag für Forschungsausgaben auf, lediglich die Pro-Kopf-Ausgaben in Vorarlberg (44,91 Euro) liegen knapp über dem Kärntner Wert. Zum Vergleich: in Salzburg liegt der Wert bei 21,87 Euro, in Niederösterreich bei 9,96 Euro und in Wien bei 39,75 Euro.
Im Vergleich zum Bundesdurchschnitt liegen die Forschungsausgaben Kärntens um 58,7 Prozent über denen Gesamtösterreichs. Auch dies ist der zweithöchste Wert aller Bundesländer, auch hier führt Vorarlberg mit 62,1 Prozent. In den Bundesländern Burgenland, Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg und Tirol erreichen die Forschungsausgaben pro Kopf unterdurchschnittliche Werte.

 
Sechs Hightech-Unternehmen kooperieren bei intelligenten Verkehrssystemen
Road Intelligence Group Austria soll Österreichs Position auf dem Weltmarkt sichern
Wien (pte) - Sechs führende österreichische Unternehmen haben in Wien eine gemeinsame Plattform für Maut- und Verkehrstelematik-Systeme aus der Taufe gehoben: Mit der "Road Intelligence Group Austria" wollen der Systemintegrator Kapsch, Leiterplattenhersteller AT&S, Chiphersteller AMS, Forster Verkehrstechnik und das Elektronikunternehmen KEBA zusammen mit dem Joanneum Research ihre Position auf dem Weltmarkt festigen.
"Maut wird immer bedeutender", erklärte Georg Kapsch, Vorstandsvorsitzender von Kapsch, vor Journalisten. "Die Gruppe ist eine Plattform um Marktbearbeitung und Forschung zu bündeln." Gemeinsam wollen die Partner als Komplettanbieter bei Maut-Systemen auftreten. Mittelfristig soll nach den Wünschen der Mitglieder mit der Kooperation ein eigener Industriezweig "Road Intelligence" für Maut- und Verkehrsleitsysteme in Österreich entstehen.
In den kommenden Jahren werden international für die Vermautung von Verkehrswegen Aufträge in der Höhe von zwei Mrd. Euro vergeben. Als einer der Weltmarktführer erwartet sich Kapsch mit seinen Kooperationspartnern bis zu 40 Prozent der Aufträge zu erlangen. Die "Road Intelligence Group Austria" steht weiteren Mitgliedern offen. Bei der Umsetzung der Plattform ist keine eigene Gesellschaft geplant. "Allerdings muss die Plattform steuerbar bleiben", so Kapsch.
Kapsch hat bereits mit mehreren der Partner gemeinsam Maut-Systeme verwirklicht, so zum Beispiel in der Schweiz, Australien oder Skandinavien . Dabei setzt das Unternehmen auf berührungslose Mikrowellen-Technologie. Kapsch hat in den vergangenen zehn Jahren über 50 Mio. Euro in die Entwicklung von Mautsystemen investiert.
AT&S bringt vor allem seine Verbindungstechnologie in die Partnerschaft ein, während AMS seine Erfahrung für Chiptechnologien im Automotive-Bereich zur Verfügung stellt. Joanneum Research soll als Bindeglied zur angewandten Forschung dienen. In der Verkehrstechnologie konzentriert sich das Forschungsunternehmen auf Bildverarbeitungsverfahren für die Gebiete Sicherheit, Roadpricing, Verkehrsoptimierung, Navigation sowie Lenkerunterstützung.

 
  Erfolg für Oberösterreichs Biotechniker
Linz (lk) - Die Disziplin ist jung, höchst zukunftsträchtig und sie hat vor allem in Oberösterreich jenen "Nährboden" gefunden, der gute Ideen erst so richtig sprießen lässt. Die Rede ist von der Biotechnologie, deren heimische Protagonisten nun einen internationalen Erfolg vermelden können: Im Rahmen des "GENAU-Programmes" (Genom-Austria) hat sich ein vorwiegend aus dem Land ob der Enns stammendes Konsortium unter 31 Mitbewerbern durchgesetzt.
Unter Federführung der Upper Austrian Research GmbH (UAR) und des Institutes für Biophysik der Linzer Johannes Kepler Universität war ein Projekt mit dem Titel "Ultra-sensitive Proteomics and Genomics" eingereicht worden. "Dieser Erfolg ist eine Bestätigung für unsere Biotechnologie-Offensive", freut sich Oberösterreichs Technologie-Landesrat KommR Josef Fill. "Und damit bestätigt sich auch die Richtigkeit unserer Entscheidung, in diesem Bereich Schwerpunkte zu setzen."
Nun öffnet auch der Bund für dieses Projekt die Kassa: Es wird in den nächsten drei Jahren mit insgesamt 5,4 Millionen Euro gefördert, wie heute vom Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kunst bekannt gegeben wurde.
Stichwort Schwerpunkt: An der Kepler Uni wird man sich künftig verstärkt der "Biosystem-Analyse" (BIOSA) widmen dabei werden kleinste Mengen an genetischer Substanz unter die Lupe genommen und eingehend analysiert. Detail: Durch die allerneuste Technologie ist es möglich, selbst das "Signal" eines einzelnen Moleküls zu erfassen. "Das ermöglicht es auch, die Menge der bisher benötigten Substanzen für eine Analyse um das 100fache zu reduzieren", schildert Fill, dessen Ressort das Institut für Biomedizinische Nanotechnologie der UAR bereits mit vier Millionen Euro auf drei Jahre fördert.
Und er gibt die Lorbeeren für den Erfolg gleich an die zuständigen Wissenschafter weiter. Der Dank gebühre vor allem Dr. Otmar Höglinger von der UAR und Dr. Gerhard Schütz vom Institut für Biophysik.

 
  Wirtschafts-Landesrat Fill: Technologie sichert Arbeitsplätze
Neues Technologiezentrum Neufelden geht in Betrieb
Linz (lk) - "Oberösterreich knüpft sein Technologienetzwerk immer enger und baut damit seine Spitzenstellung weiter aus", unterstrich Wirtschafts-Landesrat Josef Fill anlässlich der Eröffnung des Technologiezentrums in Neufelden. Mittlerweile sind bereits 15 solcher Zentren in allen Regionen des Landes in Betrieb, weitere 5 sind derzeit in Bau bzw. vor Baubeginn, weitere 5 in Planung.
"Ein Netzwerk mit rund 650 neuen, innovative Betrieben in Zukunftsbranchen wird hier bis Ende 2003 geknüpft.3.300 neue, moderne Arbeitsplätze in diesen Zentren sind ein gewaltiger Impuls. Damit stärkt das Land die ländlichen Regionen, bringt die Arbeit zu den Menschen und schafft die Basis für mehr Wertschöpfung in den Gemeinden", so der Wirtschafts-Landesrat.
Der Standort Neufelden bildet gemeinsam mit dem zweiten Standort Haslach im historischen Vonwiller-Gebäude, der im Herbst in Betrieb geht, das 'Technologie- und Dienstleistungszentrums Donau-Böhmerwald'. "Mit der Verknüpfung von Technologie und Dienstleistung setzt der Bezirk Rohrbach mit seinen Schwerpunkten Informations- und Telekommunikationstechnologie auf wichtige Zukunftsbranchen in Technologie- und Dienstleistungsbranchen wie Internet, Networking, Datenbanken, E-Commerce, Marketing, Werbung etc.", so Wirtschafts-Landesrat Josef Fill. Dass die Firmen sich gegenseitig gut ergänzen und die technische Infrastruktur des TDZ optimal nutzen zeigt bereits das erste gemeinsame Projekt - 3 Unternehmen bringen miteinander ein neues Softwarepaket auf den Markt.
Im "Netzwerk" mit der HTL Neufelden - Schwerpunkt Automatisierungstechnik und Betriebsinformatik, und den neuen IT-Zweigen in der Textilfachschule Haslach sowie in der HAK und im BRG Rohrbach sei das TDZ ein weiterer Technologie-Baustein im nördlichen Mühlviertel.
Die Investitionen für die beiden TDZ-Standorte belaufen sich auf rund 3 Millionen Euro. Als technologisches Infrastrukturprojekt steuert die Europäische Union im Rahmen der Ziel 2-Förderung 35 % der Kosten bei, weitere Financiers sind Land, Bund und Gesellschafter.

 
Kernspinresonanz gegen Landminen
TU-Darmstadt entwickelt Verfahren zu versteckten Sprengstoffen
Darmstadt (pte) - Forscher der Technischen Universität Darmstadt haben ein neues Verfahren zum Aufspüren von versteckten Landminen entwickelt. Dabei wird das Kernspinresonanz-Verfahren, das sonst zur Abbildung menschlicher Organe dient, angewandt. Die Methode soll auch geringste Sprengstoffspuren sichtbar machen, berichtet das Wissenschaftsmagazin "Journal of Physics D Applied Physics" in seiner jüngsten Ausgabe.
Die alternativen Detektionsverfahren zielen auf die Stickstoff-14-Atomkerne, die in praktisch jedem Sprengstoffmolekül enthalten sind. Favoriten sind dabei verschiedene Varianten der magnetischen Kernspinresonanz, die bereits in der Medizin oder der Chemie eingesetzt werden. "Die Atomkerne tragen in sich kleine magnetische Dipolmomente, die ausgerichtet sind. Wenn man Hochfrequenzstrahlung einer bestimmten Wellenlänge einstrahlt, kann man sie umklappen", so Franz Fujara vom Physikalischen Institut der Technischen Universität Darmstadt. Dem Team um Markus Nolte, Professor für Festkörperphysik an der TU-Darmstadt, gelang im Labor ein neues Verfahren um diese Signale zu verstärken.
Landminen können mit herkömmlichen Metalldetektoren nur schwer ausfindig gemacht werden, da die Hersteller so wenig Metallteile wie möglich verwenden. Durch die Genauigkeit der Detektoren zum Aufspüren der Minen kann ein Gramm Metall aus 20 Zentimetern Entfernung entdeckt werden. Problematisch dabei ist, dass auch rostige Metallteile wie Plättchen, Nägel oder Schrauben einen Fehlalarm geben können. Der Ansatz der Darmstädter Forscher war daher anders: Durch die neue Methode können auch kleinste Mengen, bis zu einem halben Gramm, des Sprengstoffs TNT (Trinitrotoluol) sichtbar gemacht werden. Weltweit sind nach Angaben der Anti-Minen-Kampagne zwischen 60 und 100 Mio. Landminen in mehr als 60 Ländern verteilt. Jährlich werden 20.000 Menschen durch solche Minen verletzt oder getötet.

 
OMV bringt neues, schwefelreduziertes Superbenzin "iMOTION"
Schwefelgehalt mehr als 60% unter der geltenden Norm Bis zu 4% Kraftstoffeinsparung über gesamte Motor-Lebensdauer
Wien (omv) - Als erste Markengesellschaft in Österreich bietet die OMV ab sofort die Benzinsorte Super (95 Oktan) in einer neuen, schwefelarmen Qualität an. Das umweltschonende "OMV Super 95 iMOTION" liegt mit einem auf unter 50 ppm reduzierten Schwefelgehalt um mehr als 60 Prozent unter der derzeit geltenden Norm. Damit unterschreitet die OMV bereits heute den von der Europäischen Union für das Jahr 2005 geforderten Grenzwert.
"Super 95 iMOTION" eignet sich ideal für moderne Motorenkonzepte mit voll variabler Ventilsteuerung oder mit im Bereich homogener Verbrennung arbeitendender Direkt-Einspritzung. Die neue Kraftstoffformulierung senkt den Gehalt an unerwünschtem Schwefel auf unter 0,005% (50ppm) und leistet so einen weiteren Beitrag für eine saubere und kraftvolle Verbrennung. Zusätzlich verhindert das speziell auf alle Anforderungen moderner Otto-Motoren abgestimmte Additivpaket "iMOTION" die Bildung von Ablagerungen in den Einspritzdüsen, im Einlassbereich und im Brennraum. Die Kraftentfaltung und bis zu vier Prozent Kraftstoffeinsparung bleiben so in allen praxisrelevanten Betriebsbereichen über die gesamte Lebensdauer des Motors erhalten.
Das neue HiTech-Benzin sorgt überdies dafür, dass die Motor-, Kraftstoff- und KAT-Systeme im ursprünglichen, optimierten Zustand erhalten bleiben. Im Langzeitbetrieb beeinflusst "OMV Super 95 IMOTION" die Stabilität des Motoröls positiv und verbessert durch den niedrigen Schwefelgehalt die Wirksamkeit des 3-Wege-Katalysators.

 
LR Schwärzler: Vorarlbergs Waldbestand wird digital erfaßt
"Vorarlberger Waldvegetationskarte" bis Frühjahr 2004
Bregenz (vlk) - Vorarlbergs Waldbestand wird digital erfaßt. Ermöglicht wird dies durch die Vorarlberger Waldvegetationskarte im Maßstab 1:5000, die bis zum Frühjahr 2004 fertig sein soll. Das teilt Forst-Landesrat Erich Schwärzler mit und betont, "dass Vorarlberg mit dieser Waldvegetationskarte österreichweit über eine der besten Datengrundlagen zum Waldbestand des Landes verfügt."
Laut Schwärzler soll die Waldvegetationskarte die natürlichen Waldgesellschaften Vorarlbergs sowie die naturfernen Waldflächen und den Waldtyp karten- und flächenmäßig darstellen; außerdem wird sie als Grundlage für die Anwendung des Wildschaden-Kontrollsystems herangezogen werden und als Entscheidungshilfe bei der Begründung naturnaher Wälder bzw. bei der Umwandlung standortsferner Wälder dienen; außerdem wird zudem eine Informationshilfe für die Einrichtung von Waldreservaten sein und zur Ersichtlichmachung von seltenen, in ihrem Bestand gefährdeten Waldtypen herangezogen werden.
Die digitalisierte Vorarlberger Waldvegetationskarte gilt als einmalige Pionierleistung, "eine derartige Kartierung auf Landesfläche ist bisher einmalig," betont Schwärzler. Durch den Einbau ins VOGIS (Vorarlberger Geografisches Informationssystem der Vorarlberger Landesverwaltung) sind die Daten der Waldvegetationskartierung auf Knopfdruck im geforderten Maßstab und Kartenausschnitt digital verfügbar. Schwärzler erwartet sich durch die projektierte Internet-Lösung einen zusätzlichen Qualitätssprung. "Die Waldvegetationskarte wird dadurch nicht nur für den Landesforstdienst sondern zusätzlich für die interessierte Öffentlichkeit, etwa für Waldbesitzer, Gemeinden, auf einfache Art verfügbar", so der Landesrat. Die Vorarlberger Waldvegetationskarte stellt neben ihrer wissenschaftlichen Bedeutung auch für die forstliche Praxis einen wichtigen Arbeitsbehelf dar, etwa bei der Waldbehandlung, Naturverjüngung und Aufforstung; auch die forstliche Förderung wird sich auf die kartierten natürlichen Waldgesellschaften stützen.