Kärnten: Naturschutz schafft Lebensraum  

erstellt am
01. 04. 03

LR Wurmitzer präsentierte Naturschutzprojekt Schütt-Dobratsch – Zahlreiche Projekte zur Erhaltung von einzigartiger Fauna und Flora geplant
Klagenfurt (lpd) - Rechtzeitig zum Frühlingserwachen präsentierte am Montag (31. 03.) Naturschutzreferent Landesrat Georg Wurmitzer gemeinsam mit Mag. Klaus Krainer von der ARGE Naturschutz das von der europäischen Kommission unterstützte Naturschutzprojekt Schütt-Dobratsch. Ziel des Projektes ist es, im Naturpark Dobratsch die einzigartige Fauna und Flora der Schütt zu erhalten und Lebensräume für deren Weiterentwicklung zu schaffen, so der Landesrat.

„Es ist unsere Aufgabe, das besondere und eigenwillige Kleinklima zu erhalten und entsprechend damit umzugehen“, erklärte Wurmitzer weiters und betonte, dass damit einer der wichtigen Eckpfeiler innerhalb des Aufgabenfeldes eines Naturparks geschaffen werde. Denn neben dem Bildungsauftrag, einer integrierten Regionalentwicklung und dem Schaffen von natürlichen Erholungsräumen für Mensch und Tier seien der Naturschutz und mit ihm verbundene Projekte wichtige Grundlage, erklärte der Naturschutzreferent.

Das Projektgebiet „Dobratsch und Schütt Graschelitzen“ umfasst insgesamt 4.639 Hektar Gesamtfläche und reicht vom Dobratschgipfel entlang der Absturzkante nach Warmbad Villach sowie über die A2 Südautobahn bis zur Werda in Arnoldstein. Finanziert wird das EU-LIFE-Projekt zu 50 Prozent von der Europäischen Kommission. Die restlichen Mittel werden vom Land, dem Bund, den Gemeinden Nötsch, Arnoldstein und Villach sowie von der Kärntner Jägerschaft aufgebracht.

In insgesamt fünf Jahren (2001 bis 2005) sollen von der ARGE Naturschutz, welche die Projektkoordination übernommen hat, verschiedenste Maßnahmen begleitet werden. So werden neben der Grundlagenerhebung, dem Monitoring und der Bewusstseinsbildung auch wichtige bauliche Vorhaben in Angriff genommen. Unter anderem soll über die A2 Südautobahn eine Grünbrücke errichtet werden. Diese soll künftig als Übergang für das Wild und auch für den Braunbären, der die Schütt von Slowenien kommend, als Korridor zu den Alpen verwendet, benützt werden können.

Wurmitzer strich die sicherheitstechnische Wichtigkeit der Grünbrücke über die A2 hervor, da diese eine der am stärksten frequentierten Autobahnen Österreichs sei. Der Wildwechsel stelle deshalb eine große Gefahr dar, meinte Wurmitzer, der weiters die Schaffung von Wasserflächen sowie die Bestandsumwandlung von Monokulturen und das Entfernen von Gehölzen auf Mager- und Feuchtwiesen als wichtigen Beitrag zur Förderung der Artenvielfalt anführte.

Dabei sei die Rodung von Forstkulturen, wie es derzeit auf der Napoleonwiese der Fall ist, ein wichtiger Aspekt. „Wir haben hier eine Fläche von 2,5 Hektar aufgelichtet, indem wir die Fichtenbestände gerodet haben. Dadurch wird die Napoleonwiese erweitert und ein Naherholungsgebiet der Villacher aufgewertet“, so Krainer, der das Projekt vor Ort betreut. „So schaffen wir sozusagen eine Blumenwiese, wo früher ein Fichtenwald stand“, freute sich Wurmitzer.

Das EU-LIFE-Projekt Schütt – Dobratsch ist neben dem Hörfeld-Moor und der Oberen Drau das dritte von der europäischen Kommission unterstützte Naturschutzprojekt in Kärnten. Die Unterstützung für Maßnahmen zur Erhaltung einer einzigartigen Fauna und Flora über die Europäische Kommission ist für den Naturschutzreferenten eine Auszeichnung, welche Kärnten international am Naturschutzsektor ins rechte Licht rücken lässt.
     
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