Österreich Spitzenreiter bei Direktinvestitionen in Mittel- und Osteuropa  

erstellt am
10. 04. 03

OeNB Vize-Gouverneurin Tumpel-Gugerell präsentiert UNCTAD World Investment Directory (Zentral- und Osteuropa)
Wien (oenb) - „Rund dreißig Prozent der österreichischen Direktinvestitionen gehen in die Staaten Mittel- und Osteuropas, während weltweit weniger als 2% der Direktinvestitionen in diese Region fließen“, zitierte Vize-Gouverneurin Dr. Tumpel-Gugerell aus dem soeben erschienen World Investment Directory (Zentral- und Osteuropa) der Vereinten Nationen (UNCTAD - United Nations Conference on Trade and Development). In Slowenien und Kroatien ist Österreich mit 45 bzw. 30% am jeweiligen Direktinvestitionskapitalstock der mit Abstand absolut größte ausländische Investor. In Ungarn, der Tschechischen Republik und der Slowakischen Republik liegt Österreich mit etwa 10 bis 20% des Auslandskapitals jeweils hinter Deutschland und den Niederlanden an dritter Stelle.

Im Jahr 1999 entfielen, so Tumpel-Gugerell weiters, mit 1.019 Direktinvestitionsbeziehungen beinahe die Hälfte der österreichischen Auslandsbeteiligungen, mit 5,3 Mrd EUR mehr als ein Viertel des investierten Kapitals und mit mehr als 199.000 im Ausland beschäftigten Personen rund 60% der Auslandsbeschäftigten auf die Länder Zentral- und Osteuropas.

Wichtigstes Zielland österreichischer Auslandsbeteiligungen war Ungarn mit 404 Beteiligungen, gefolgt von der Tschechischen Republik mit 257 Beteiligungen, sowie Polen und der Slowakischen Republik mit 101 Beteiligungen. Auffallend sei auch, so die OeNB-Vize-Gouverneurin, dass bei den Investitionsströmen eine deutliche Bevorzugung der unmittelbaren Nachbarregionen besteht. So engagieren sich burgenländische Investoren fast ausschließlich in Ungarn, niederösterreichische Investoren sind in der Tschechischen Republik und in der Slowakischen Republik deutlich überrepräsentiert.

Die Eigenkapitalrentabilität aus österreichischen Direktinvestitionen sei in Zentral- und Osteuropa nach Überwindung gewisser Anlaufschwierigkeiten mit zuletzt 10,4% (1999) deutlich höher als in Westeuropa oder Übersee (1999: 5,7%), so Tumpel-Gugerell.

Mit dem bevorstehenden EU-Beitritt der Kandidatenländer sei mit einem weiteren Anstieg der österreichischen Direktinvestitionen nach Zentral- und Osteuropa zu rechnen, Vor allem aber würde die EU-Mitgliedschaft der Nachbarstaaten Österreichs jenen Unternehmen, die bereits Direktinvestitionen getätigt haben, zusätzliche Impulse verleihen.
     
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