Neue Serviceeinrichtung für österreichische Exporteure  

erstellt am
13. 05. 03

Minister Bartenstein stellt »Stabstelle strategische Außenwirtschaft« unter der Führung von Botschafter Dr. Franz Ceska vor
Wien (bmwa) - "Mit der Stabstelle Strategische Außenwirtschaft" im Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit bekommen die österreichischen Exporteure eine neue und effiziente Anlaufstelle, die ihnen bei der Bearbeitung neuer Märkte auf wirtschaftlichem und vor allem auch politischem Weg Türen öffnen und Barrieren beseitigen soll." So umriss Wirtschafts- und Arbeitsminister Dr. Martin Bartenstein am Montag (12. 05.) die Aufgabe der entsprechend einem Punkt im Regierungsübereinkommen neu eingerichteten Stelle. Zu ihrem Leiter wurde Botschafter Dr. Franz Ceska, zuletzt Botschafter in Paris und vorher Generalsekretär der Industriellenvereinigung, bestellt.

Die Stelle ist Teil der Internationalisierungsoffensive für die österreichische Wirtschaft, die nach dem Leitsatz "Neue Exporteure, neue Märkte, neue Produkte" Unternehmen fit für den Export machen und die Erschließung neuer Märkte und den Absatz neuer Produkte unterstützen wird, führte Bartenstein aus. Dafür stehen 50 Millionen Euro zur Verfügung, die je zur Hälfte von der Bundesregierung und der Wirtschaftskammer Österreich kommen. Die Stabstelle Strategische Außenwirtschaft soll dabei für exportorientierte Unternehmen eine Türöffnerfunktion einnehmen. Aufbauend auf bestehenden Strukturen und institutionalisierten Gremien - zum Beispiel den bilateralen Gemischten Wirtschaftskommissionen oder der Außenwirtschaftsorganisation der WKÖ - sollen Exportanliegen von Unternehmen im Kontakt mit den zuständigen politischen Entscheidungsträgern im In- und Ausland gelöst werden.

Eine wichtige Aufgabe wird es zunächst sein, so Bartenstein, potenzielle Zukunfts- und Wachstumsmärkte zu definieren und auszuloten. Diese Bestandsaufnahme werde anschließend mit den Erwartungshaltungen der Exporteure abgeglichen, um entsprechende Empfehlungen abgeben zu können. In weiterer Folge werde es darum gehen, politische Zielsetzungen und unternehmerische Interessen strategisch zu bündeln, ein strategisches Konzept für Auslandsreisen zu entwickeln und den bestmöglichen Einsatz der zur Verfügung stehenden Instrumentarien im Interesse der österreichischen Exportwirtschaft zu gewährleisten.

Zwtl.: Nach Erfolgen in jüngster Vergangenheit die Internationalisierung vorantreiben

Österreichs Exportwirtschaft hat in jüngster Zeit hervorragend abgeschnitten und im Vorjahr nach einer Zunahme der Warenexporte um 4,1% gegenüber 2001 ein Volumen von 77 Milliarden Euro erreicht und erstmals seit 1912 einen Handelsbilanzüberschuss erzielt und einen Anteil von knapp 36% am BIP erreicht, stellte der Minister fest. Damit sei Österreich innerhalb der EU Spitzenreiter bei den Zuwächsen. Dazu komme die wachsende Bedeutung der Dienstleistungsexporte, die zuletzt mit 36 Milliarden Euro fast die Hälfte der Warenexporte und einen BIP-Anteil von 16,5% erreicht haben. Mit insgesamt 113 Milliarden Euro halte die Exportwirtschaft daher einen BIP-Anteil von über 52%. Dazu, so Bartenstein, seien noch die Direktinvestitionen österreichischer Firmen im Ausland anzuführen, wo mit 3,2 Milliarden Euro im ersten Halbjahr 2002 fast der Gesamtjahreswert des Jahres davor (3,4 Milliarden Euro) erreicht wurde. Das finanzielle Engagement in Mittel- und Osteuropa habe in den letzten zehn Jahren in Österreich netto rund 56.000 Arbeitsplätze geschaffen.

Jetzt gehe es aber auch darum, die Internationalisierung der österreichischen Wirtschaft weiter voran zu treiben. Derzeit gehen über 60% der österreichischen Exporte in die EU, dazu knapp 18% nach Osteuropa, während Österreich auf wichtigen Hoffnungsmärkten unterrepräsentiert sei, erklärte Bartenstein zu den weiteren Maßnahmen. Ziel müsse es sein, die Zahl der österreichischen Exporteure - derzeit rund 15.000 - zu erhöhen, beim Exportvolumen die 100-Millionen-Euro-Grenze anzupeilen und den außereuropäischen Anteil der Exporte zu erhöhen.

Vor dem Hintergrund einer schwierigen konjunkturellen Situation und einen zunehmend kompetitiven Umfeld seien Rahmenbedingungen zu schaffen, die den österreichischen Außenhandel weiterhin zum Wachstumsmotor der österreichischen Wirtschaft machen. Die Stabstelle Strategische Außenwirtschaft werde in diesem Zusammenhang als Schnittstelle zwischen den relevanten politischen und wirtschaftlichen Entscheidungsträgern fungieren und die optimale Zusammenarbeit mit den bestehenden Akteuren suchen, erklärte auch ihr frisch bestellter Leiter Dr. Ceska.

"Wenn Österreichs Exporteure realisieren, welche Serviceleistung hier möglich ist, hat sich die Installierung der Stelle gelohnt", erklärte Bartenstein zum Abschluss.

Die Stabstelle Strategische Außenwirtschaft ist auch physisch im Regierungsgebäude untergebracht. Neben Dr. Ceska sind zwei Bedienstete des Ministeriums für diese Institution tätig.
     
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