Österreichisch-Bayerische Gesellschaft

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Symposium "Klimaveränderung durch Treibhausgase im Kreuzfeuer der Wissenschaft"
Die Österreichisch-Bayerische Gesellschaft lädt zu einem Symposium in die Aula der Ludwig-Maximilians-Universität München
München - Klimaveränderung, Klimakatastrophe verursacht durch Treibhausgase. In den Medien werden Ursachen und Folgen dramatisch dargestellt. Horrorszenarien wie Waldsterben. Ozonloch, Treibhausgase, das Versinken von Küstenlandschaften werden als Prognosen von Computersimulationen publiziert. Im Kyoto-Protokoll werden sechs Treibhausgase benannt, die anthropogen die Klimaveränderung verursachen und Emissionsziele zur Reduktion für die Industrieländer festgeschrieben. Welche Gefahren drohen uns wirklich? Welche Maßnahmen sind sinnvoll? Was bewirkt die ÖKO-Steuer? Können wir mit dem Klimaschutzabkommen die drohende Klimakatastrophe verhindern? Welche Gefahren bestehen für unsere Industrie durch die finanziellen Belastungen für die Kohlendioxidreduktion, unter Berücksichtigung des globalen Wettbewerbs. Wie wirken sich die Belastungen für die Zukunft der Arbeitsplätze und den Wohlstand generell aus? Mit welchen Steigerungen der Energiekosten ist zu rechnen?

Aula der Ludwig-Maximilians-Universität München
Samstag, dem 22. Juni 2002, Beginn 15.00 Uhr
Geschwister-Scholl-Platz 1, München

Die Österreichisch-Bayerische Gesellschaft bedankt sich bei den Referenten, die zu den einzelnen Themen Stellung nehmen freut sich über Ihr Interesse und eine Diskussion auf hohem Niveau.



Österreichisch-Bayerische Gesellschaft e.V.

Carl Paul Wieland                Prof. Dr. H. Schmidt-Bischoffshausen
Präsident                               Vizepräsident

u.A.w.g.: >Anmeldeformular<
Österreichisch-Bayerische Gesellschaft
Postfach 10 03 16
D-85594 Baldham
Tel.: ++49 / (0)8106 / 86 16, Fax 48 01
eMmail
cpwieland@t-online.de

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Begrüßung und Gesprächsleitung:
Carl Paul Wieland, Präsident des Weltbundes der Österreicher im Ausland a.D.,
Präsident der Österreichisch-Bayerischen Gesellschaft

Klimaentwicklung aus der Sicht der Meteorologie
o. Univ. Prof. Dr. J. Egger, LMU München
Die Meteorologen beobachten das globale Wettergeschehen und die Verteilung der klimarelevanten Spurenstoffe mit immer präziseren Techniken. Lassen sich aus diesen Daten die befürchteten Klimaänderungen ableiten? Welche Rolle spielen Modelle bei der Bewertung der beobachteten Veränderungen? Was lässt sich zu den Auswirkungen der vom Menschen emittierten Treibhausgase und Aerosole sagen?

Klimaveränderungen und ihre Auswirkungen auf die Vegetation
o.Univ. Prof. Dr. Dr. h.c. Peter Fabian, Vorstand des Lehrstuhls für Bioklimatologie u. Immissionsforschung am Forschungszentrum Weihenstephan der TU München, Präsident der European Geophysical Society (EGS)
Die globale Erwärmung um ca. 0,6 Grad, in Deutschland um ca. 1 Grad beweist, dass sich das Klima über die letzten hundert Jahre verändert hat. Statistische Untersuchungen und Modellexperimente zeigen, dass Variationen des solaren Zyklus sowie vulkanische Eruptionen klimawirksam sind. Der Großteil der Erwärmung ist auf die anthropogene Freisetzung von Treibhausgasen zurückzuführen.
Pflanzen sind sensible Indikatoren. Langjährige Messreihen phänologischer Daten ergeben eine fortschreitende Verfrühung der Frühjahrsphasen und eine Verspätung der Herbstphasen, also eine Verlängerung der Vegetationsperiode. Wälder wachsen in Europa schneller. Die verstärkte Bildung von Biomasse wird aus atmosphärischen Kohledioxidmessungen und der Biomassekartierung vom Weltraum aus sichtbar. Pflanzen bestätigen, was Klimatologen längst wissen. Die globale Erwärmung wird fortschreiten, wenn keine wirksame Reduktion der Emission klimarelevanter Substanzen erfolgt.

Klimaentwicklung natürlich oder vom Menschen beeinflusst?
Dr. Ulrich Berner, Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, Hannover
Kann man zwischen einer natürlichen Klimaentwicklung und einer durch den Menschen verursachten Klimaänderung unterscheiden? Veränderungen im Klimasystem in der Vergangenheit ergeben interessante Einblicke in das Klimageschehen in das der Mensch nicht oder nur sehr wenig Einfluss hatte. Aufgrund der Analyse der Prozesse in der Vergangenheit ist es möglich eventuelle Einflüsse durch die Menschen zu bewerten. Paläoklimaforscher entschlüsseln das Klima verschiedener Zeitabschnitte, indem sie die hinterlassenen Gesteine und das Eis großer Gletscher untersuchen. Antworten auf offene Fragen beschäftigt diese Forschung: Ist unser Erdklima stabil? Steuert Kohlendioxid das Klima der Erde oder ist es eher der Klimamotor Sonne? Wie verlässlich sind Klimamodelle, die für Szenarien der Klimazukunft verwendet werden? Ist Klimaschutz eine lösbare Herausforderung oder überschätzen wir Menschen unsere Möglichkeiten zur Verhinderung eventueller Klimaänderungen?

IPCC-Berichte für die Beurteilung der Klimaentwicklung
Dr. Gerd-Rainer Weber, Consulting Meteorologist, Essen
Die IPCC-Berichte (Intergovernmental Panel on Climate Change) als Grundlage für die Beurteilung der Klimaentwicklung müssen auf Nachhaltigkeit analysiert werden. Die Temperaturerhöhungen zwischen 1990 und 2100 wurden zunächst bei 1 bis 3,5° Celsius angegeben. Im Bericht 2000 wurden erst 4°, dann 5° und schließlich 1,4° bis 5,8° Celsius angegeben. Diese Erhöhung beruht nicht auf neuen klimawissenschaftlichen Erkenntnissen, sondern auf umstrittenen Spurengas-Szenarien des IPCC.
Eine kritische Analyse der zentralen Aussagen des neuen IPCC-Berichtes lässt erhebliche Zweifel an der Darlegung der künftigen Klimaentwicklung aufkommen. 

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Klimaberechnungen für das Jahr 2100: Vorhersage, Projektion oder Spekulation
Dr. Hartwig Volz, RWE Dea Labor Wietze
Vorstellung der wesentlichen Unsicherheiten in den Langzeitberechnungen für das globale Klima anhand des IPCC-Berichts 2001 (Intergovernmental Panel on Climate Change). Emissionsszenarien von Treibhausgasen mit zugehörigen Senken. Unzureichende Kenntnis wesentlicher Eingabeparameter. Teilverständnis maßgeblicher physikalischer Prozesse. Beurteilung der Klimasensivität auf Konzentrationsänderungen anthropener Treibhausgase.

Klimakatastrophe oder Irrtum
Em. Univ. Prof. Dr. S. Fred Singer, Institut für Umweltforschung der Universität Virginia, President, The Science & Enviromental Policy Project (SEPP), Arlington, USA
Die Treibhausgase und insbesondere die durch die Menschen verursachten Kohlendioxid-Emissionen stehen im Mittelpunkt politischer Verhandlungen. Dramatische Klimaveränderungen durch den Treibhauseffekt werden befürchtet und sind Gegenstand globaler Konferenzen seit 1992 in Rio und in der Fortsetzung über das sogenannte Kyoto-Protokoll. Welche Rolle spielen die von Menschen verursachten Treibhausgase, insbesondere die Kohlendioxid-Emissionen, für die Theorie der Klimaveränderung durch Erwärmung? Auf welchen wissenschaftlichen Erkenntnissen/Fakten beruht die Theorie der Klimaveränderung? Die USA ste-hen dem Kyoto-Protokoll ablehnend gegenüber. Gibt es dafür wissenschaftliche Gründe?

Langzeitstudien über Klimaschwankungen und Lebensbedingungen
Dr. Klaus Heiss, Weltraumexperte, Präsident Sigma Group, Washington D.C.
Die NASA verfügt über Langzeitstudien, die Gegenteiliges zur globalen Erwärmungshypothese und ihre Verursachung durch den Menschen aussagen. Forschungsarbeiten und Erkenntnisse über die Klimaveränderungen aus sechshundert Millionen Jahren. In den letzten dreitausend Jahren wechselten sich Hochkulturen in Zeiten mit Hochtemperaturen und Notzeiten in Zeitabschnitten mit Kältezeiten ab. Sonnenaktivität, kosmische Strahlung, Naturkatastrophen und menschlicher Einfluss bewirken diese unterschiedlichen Zeitläufe. Können Einschränkungen der Menschen durch Reduktion der Kohlendioxid-Emissionen das Weltklima schützen?

Temperaturentwicklung in den letzten 10.000 Jahren
o.Univ.Prof. Dr. Gernot Patzelt, Institut für Hochgebirgsforschung, Universität Innsbruck
Gletscheruntersuchungen und Jahresringanalysen ermöglichen die Rekonstruktion der Temperaturverhältnisse. In zwei Drittel der Zeitabschnitte der letzten 10.000 Jahre lagen die Temperaturen höher als derzeit. Aufgrund dieser Forschungsergebnisse kann die Geschwindigkeit des aktuellen Temperaturanstieges als Schwankung im Normbereich beurteilt werden.

Kosten des Klimaschutzes und Auswirkungen auf die Wirtschaft
Prof. Gernot Klepper Ph.D., Institut für Weltwirtschaft, Universität Kiel
Die von der deutschen Bundesregierung und im Kyoto-Protokoll geplante Reduzierung der Kohlendioxid-Emissionen wird die Industrie in Deutschland bis 2020 laut Energiebericht des Deutschen Bundesministers für Wirtschaft ca. 250 Milliarden EURO kosten. Welche Auswir-kungen wird dieser Kostenfaktor für die deutsche Industrie im globalen Wettbewerb haben? Können die von Politikern prognostizierten neuen Arbeitsplätze der Energiewende die Mehrkosten für die Industrie kompensieren? Bewirken die Maßnahmen für den Klimaschutz unter Umständen eine Wirtschaftskatastrophe für Deutschland, da Produktionen in andere Länder verlagert werden?

Diskussion und Schlussfolgerungen
C.P. Wieland

Nach dem vierten Referat

30 Minuten " Eiszeit"
Erfrischungspause mit Mövenpick-Eis
Water-Cooler von Blue Dolphin Linz
mit kristallklarem Quellwasser aus dem Salzkammergut  

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