115 Greißler haben in der Ostregion zugesperrt  

erstellt am
14. 07. 03

St. Pölten (nöwpd) - In Niederösterreich gibt es immer weniger Lebensmittelgeschäfte. Nach Berechnungen des Handelsforschungsinstitutes ACNielsen ist im vergangenen Jahr die Zahl der Läden zwischen Enns und March im Vergleich zu 2001 erneut zurückgegangen, und zwar um 39 von 1.407 auf nunmehr 1.368 Geschäfte. Dabei fehlen allerdings die Diskonter Hofer und Lidl, weil ACNielsen deren Daten nicht erhebt. Der Gesamtumsatz des NÖ Lebensmitteleinzelhandels kletterte 2002 von 2,21 auf 2,24 Milliarden Euro in die Höhe.

Anlaß zur Sorge gibt vor allem die Situation bei den Lebensmittelläden mit Geschäftsflächen unter 250 Quadratmetern, den Greißlern: Von ihnen mußten 2002 in Niederösterreich, Wien und dem Nordburgenland insgesamt 115 für immer die Rollbalken herunterfahren. Die Umsätze der Greißler in der Ostregion Österreichs stürzten im vergangenen Jahr um mehr als 48 Millionen auf knapp 484 Millionen Euro ab. Auch der Marktanteil der kleinflächigen Vertriebstypen schrumpft: Hielten die Greißler 2001 in Niederösterreich und dem Nordburgenland noch 14,9 Prozent am regionalen Lebensmittelhandel, waren es im vergangenen Jahr nur noch 13,3 Prozent.

Glänzend dagegen die Geschäftslage bei den Supermärkten: 2002 erwirtschafteten in Niederösterreich und im Nordburgenland 420 Supermärkte - darunter versteht man Geschäfte mit einer Verkaufsfläche zwischen 400 und 1.000 Quadratmetern - ein Plus von 7,3 Prozent auf insgesamt 1,04 Milliarden Euro. Damit halten die Supermärkte jetzt bereits einen Anteil von 41,9 Prozent am Gesamtumsatz des regionalen Lebensmitteleinzelhandels. Im Jahr 2001 waren es 39,5 Prozent gewesen.

Auch die Verbrauchermärkte - das sind Geschäfte über 1.000 Quadratmeter Verkaufsfläche, wie z.B. die Merkur- oder Interspar-Filialen - haben im vergangenen Jahr leicht zugelegt. In Niederösterreich und dem Nordburgenland erzielten die 64 Lebensmittel-Großmärkte 2002 einen Gesamtumsatz von fast 672 Millionen Euro. Gegenüber 2001 bedeutet das einen Zuwachs von 1,1 Prozent. (mmueller)
     
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