Handwerker und Restauratoren in der Salzburger Residenz  

erstellt am
16. 07. 03

Sämtliche Prunkräume werden bis zum Mozartjahr 2006 um rund 5,5 Millionen Euro saniert
Salzburg (lk) - Um rund 5,5 Millionen Euro werden in einem „Zehn-Jahres-Programm" sämtliche Prunkräume der Salzburger Residenz renoviert. Bis zum Mozartjahr 2006 werden die wichtigsten Sanierungsarbeiten im ehemaligen Repräsentationsgebäude der Salzburger Fürsterzbischöfe abgeschlossen sein. Derzeit sind die Restauratoren und Handwerker im Konferenzsaal sowie im Stiegenhaus der Prunkstiege am Werk.

Im Konferenzsaal wurde Anfang Februar mit den Arbeiten begonnen, die Fertigstellung ist für Dezember 2003 geplant. Saniert werden hier der künstlerische Deckenstuck sowie die Wandvertäfelung unter den Seidentapisserien. Der Stuck wird von den Salzburgern Bettina Honsig und Solveig Gstöttenmeier aus Oberalm renoviert. Weiters wurden die Sanierung des Keramikofens sowie Installationen von Elektroleitungen und Berührungsschutzeinrichtungen für Wände und Türen in Auftrag gegeben. Das Vergabeverfahren für die Decken-Ölbilder und den Tafelparkettboden ist noch nicht abgeschlossen. Das Auftragsvolumen umfasst insgesamt 310.000 Euro.

Im Konferenzzimmer trafen einander früher die hochfürstlichen Räte und es wurden dort auch Konzerte veranstaltet. Im Alter von sechs Jahren trat hier der kleine „Wolferl" Mozart in seinem ersten Hofkonzert vor Fürsterzbischof Sigismund Graf Schrattenbach auf. Das Mobiliar ist dem Maria Theresianischen Barockstil nachgearbeitet. Die großartigen Deckengemälde stammen von Martino Altomonte, einem bedeutenden österreichischen Barockmaler (1657 – 1745).

Mit dem Stiegenhaus der Prunkstiege wurde ebenfalls Anfang dieses Jahres begonnen: Die Arbeiten werden mit einer Unterbrechung zum Festspielbeginn Ende Juli und im August voraussichtlich mit November 2003 fertig gestellt. Die Firma Helminger aus Hof bei Salzburg wurde nicht nur mit der Sanierung, sondern auch mit der Wiederherstellung des Originalzustandes beauftragt, der auf Grund von langen und aufwändigen Nachforschungen des Denkmalamtes belegt wurde. Im Wesentlichen geht es darum, dass der Stuck mehrere Farbschattierungen aufweist und damit die plastische Wirkung stärker betont wird. Die Renovierung des Stiegenhauses und die Installierung einer neuen Beleuchtung kosten rund 123.000 Euro.

Die Renovierung der Prunkräume begann im Jahr 1995 mit dem Carabinierisaal, dem größten Saal der Residenz mit einem Ausmaß von rund 60 Quadratmetern und dem Deckengemälde von Johann Michael Rottmayr. Weiters erstrahlen bereits der Domgang, der Rittersaal, die Kapelle im erzbischöflichen Schlafgemach, der Weiße Saal (bzw. Markus-Sittikus-Saal) und der Thronsaal in neuem Glanz.

Für 2004 stehen die Antecamera und für 2005 der Audienzsaal auf dem Sanierungsplan. Die Finanzierung der Sanierungs- und Renovierungsarbeiten aller Liegenschaften der Salzburger Burgen & Schlösser Betriebsführung erfolgt durch die erwirtschafteten Einnahmen aus den Bereichen Vermietung und Tourismus.
     
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