Ausbau burgenländischer Schnellstrassen gefordert  

erstellt am
15. 07. 03

Bereits zehn Tote forderten allein heuer Verkehrsunfälle auf Schnellstraßen im Burgenland
Eisenstadt (bvz.at) - Geradliniger Straßenverlauf, weite Kurvenradien und kreuzungsfreie Knotenpunkte dieser Schnellstraßen suggerieren dem Autofahrer Autobahncharakter. Aber: "Sparquerschnitte ohne Mitteltrennung, ohne Pannenstreifen und zu schmalen Fahrstreifen, wie etwa auf der Burgenland-Schnellstraße (S 31) sind für zahlreiche schwere Verkehrsunfälle verantwortlich", weiß ÖAMTC-Experte Roman Michalek.

Erst vor wenigen Tagen forderte ein Frontalzusammenstoß auf der S 31 beim Knoten Mattersburg wieder ein Todesopfer. Ein Pkw war auf das Fahrbahnbankett geraten, auf die Gegenfahrbahn geschleudert und dort gegen zwei Fahrzeuge gekracht. Durch vorhandene bauliche Mitteltrennungen wäre dieser tragische Unfall vermeidbar gewesen oder zumindest glimpflicher verlaufen. Die doppelte Sperrlinie, die auf der S 31 die Richtungsfahrbahnen trennt, kann nicht verhindern, dass ein Fahrzeug auf die Gegenfahrbahn gerät, selbst wenn Rumpelmarkierungen angebracht wären. "Erst wenn durchgehend bauliche Mitteltrennungen installiert und Pannen- oder Standstreifen errichtet sind, wird die Burgenland-Schnellstraße den aktuellen Sicherheitsstandards entsprechen.", so Michalek weiter.

Österreichweit werden derartige Todesstrecken sukzessive ausgebaut und sicherer gestaltet. Dies geschieht zum Beispiel in Niederösterreich auf der Kremser Schnellstraße (S 33) oder in der Steiermark auf der S 6 im Zuge der Umfahrung Kindberg und der Süd-Autobahn (A 2) über die Pack. Diesen Ausbau zur Hebung der Verkehrssicherheit fordert Michalek auch für die Schnellstraßen im Burgenland.

In den vergangenen Jahren erfolgten zwar auf mehreren Abschnitten der S 31 Sanierungen und Fahrbahnverbreiterungen, an Mittelleitschienen oder Pannenstreifen wurde nicht gedacht. Aber nicht nur die S 31, auch die Mattersburger-Schnellstraße (S 4) verfügt lediglich über einen "Spar-Querschnitt", bei dem zu wenig Platz für Mittelleitschienen ist.

Viele Kinder unterwegs
Gerade jetzt in der Ferienzeit sind viele Kinder zu Fuß oder mit dem Fahrrad auf dem Weg zum Spielplatz oder ins Schwimmbad auch auf den Straßen unterwegs. Aus diesem Grund sind es auch die Sommermonate, wo erfahrungsgemäß die meisten Kinder im Straßenverkehr verunglücken. Im Vorjahr beispielsweise verunglückten in den Ferienmonaten Juli und August insgesamt 828 Kinder auf Österreichs Straßen, 7 davon tödlich. Insgesamt starben im Vorjahr 25 Kinder im Straßenverkehr.

Kinder haben es besonders schwer, im Straßenverkehr auf sich aufmerksam zu machen und sich zurecht zu finden. Sie können Gefahren noch sehr schwer abschätzen und haben auf Grund ihrer Entwicklung noch Schwächen, die sie im Straßenverkehr in riskante Situationen bringen können. Sie sind nicht nur kleiner und haben ein eingeschränktes Blickfeld, sondern tun sich auch schwer, Entfernungen und Geschwindigkeiten richtig einzuschätzen und Geräusche sicher zu orten. Deswegen der Apell an die Autofahrer: Sobald Kinder am Straßenrand auftauchen, Fuß vom Gas nehmen und bremsbereit sein.

Aber auch die Erwachsenen sind gefordert, Kinder zu sicheren Verkehrsteilnehmern zu erziehen. Weil Kinder das Verhalten von Erwachsenen gerne nachahmen, ist es dringend geboten, ihnen immer ein gutes Vorbild zu geben. Dies gilt nicht für richtiges Verhalten beim Überqueren der Straße oder das Beachten des "Rot“-Signals der Fußgängerampel, sondern auch für das Anschnallen im Auto oder das Tragen eines Fahrradhelms. Kinder sind die schwächsten Verkehrsteilnehmer, deshalb tragen wir alle die Verantwortung, sie auf die Gefahren des Straßenverkehrs aufmerksam zu machen und ihnen Sicherheit im Straßenraum zu gewährleisten.

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