Kulturpolitik  

erstellt am
26. 08. 03

Künstlerhaus: Muttonen sieht die Schuld bei Gehrer
Bund soll für Erhalt des Ausstellungsbetriebes sorgen
Wien (sk) - SPÖ-Kultursprecherin Christine Muttonen sieht die Verantwortung für die prekäre finanzielle Lage des Künstlerhauses ganz eindeutig beim Bund und bei der zuständigen Ministerin Gehrer. Mit der Aufkündigung des Kooperationsvertrages im Jahr 2001 habe Gehrer "dem ohnedies angeschlagenen Künstlerhaus den Todesstoß versetzt", so Muttonen am Montag (25. 08.) gegenüber dem SPÖ-Pressedienst.

Immer wieder zeige sich, "dass Gehrer, Morak und Co trotz aller frommen Lippenbekenntnisse für die zeitgenössische Kunst nichts übrig haben".

Die Einstellung des Ausstellungsbetriebes des Künstlerhauses wäre ein großer Verlust für die heimische Szene der Gegenwartskunst. Von politischer Seite müsse daher alles getan werden, um ein Weiterbestehen der Ausstellungsaktivitäten zu ermöglichen. Ministerin Gehrer dürfe sich hier ihrer Verantwortung nicht entziehen und müsse die dringend benötigten Finanzmittel rasch zur Verfügung stellen, so Muttonen abschließend.  

 

 Wolfmayr: Über Zuständigkeiten informieren anstatt zu polemisieren
Wien (övp-pk) - Mit ihren jüngsten Aussagen missachte Christine Muttonen vollkommen die vorliegenden Tatsachen, sagte ÖVP-Kultursprecherin Abg.z.NR Dr. Andrea Wolfmayr am Montag (25. 08.). Die SPÖ-Kultursprecherin solle sich erst über die Zuständigkeiten informieren, bevor sie wild gegen Bildungsministerin Elisabeth Gehrer polemisiere. "Bei dem von Muttonen angesprochenen Kooperationsvertrag handelte es sich nicht um eine Subvention des Bundes, sondern um die Anmietung zusätzlich benötigter Ausstellungsflächen für den Bundesbedarf", erläuterte Wolfmayr. Dabei sei klar gewesen, dass mit Fertigstellung des MUMOK sowie nach der Wiedereröffnung der Albertina genügend Flächen in Wien vorhanden seien und zusätzliche Anmietungen durch den Bund nicht mehr erfolgen würden.

Diese Tatsache sei dem Künstlerhaus auch mehr als zeitgerecht mitgeteilt worden, um entsprechende Vorkehrungen treffen zu können. "Jetzt dem Bund die Schuld an den finanziellen Schwierigkeiten zu geben, spiegelt das alte Denken der SPÖ wider, dass der Staat für alles und jedes aufzukommen hat", so die ÖVP- Kultursprecherin. Im Interesse des Künstlerhauses solle Muttonen besser mit ihren zuständigen Parteikollegen in Wien Kontakt aufnehmen. "Kulturstadtrat Mailath-Pokorny ist gefordert, endlich seinen Lippenbekenntnissen zur Kulturpolitik auch Taten, wie etwa ein langfristiges Konzept zum oft diskutierten 'Kunstplatz Karlsplatz', folgen zu lassen. Sich immer nur auf den Bund auszureden, ist eindeutig zu wenig", schloss Wolfmayr.
 
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