Verkehrs- /Wirtschaftspolitik – ÖBB-Reform  

erstellt am
09. 10. 03

 Gusenbauer: ÖVP zielt auf vollkommene Zerschlagung der ÖBB ab
»Rufschädigungskampagne gegen die ÖBB läuft auf vollen Touren«
Wien (sk) - "Die ÖVP zielt auf eine vollkommene Zerschlagung der ÖBB ab, sodass es in einigen Jahren gar kein selbständiges österreichisches Eisenbahnunternehmen mehr geben könnte", kritisierte SPÖ-Vorsitzender Alfred Gusenbauer am Mittwoch (08. 10.) im Rahmen des Besuches der ÖBB-Werkstätte in St. Pölten im Zuge der "Chance Rot-Weiß-Rot"-Tour. "Die Rufschädigungskampagne der ÖVP gegen die ÖBB läuft auf Hochtouren und richtet schweren Schaden an", warnte der SPÖ-Vorsitzende.

Die Beschäftigten der ÖBB seien zurecht erzürnt über diese beispielslose Hetzkampagne einer Regierungspartei" gegen ein österreichischer Leitunternehmen und dessen Beschäftigte. "Der Zorn über die ÖVP-Agitation ist bei den Eisenbahnern zurecht massiv. Was soll sich ein ÖBB-Facharbeiter mit 35 Jahren und 1.200 Euro-Monatsverdienst denken, wenn er die ÖVP vom 'ÖBB-Luxusbahnhof' schwadronieren hört?", merkte der SPÖ-Vorsitzende an. "Wirft der Bundeskanzler diesen Menschen allen Ernstes Luxus und Privilegien vor?"

Die sogenannte ÖBB-Reform der Bundesregierung biete keinerlei positive Zukunftsperspektive an, sie verunsichere lediglich die Beschäftigten der ÖBB in unverantwortlicher Weise. Die ÖBB-Unternehmungsführung habe im Dialog mit den Eisenbahnern bereits in den letzten Jahren einen klaren Modernisierungskurs gefahren, so Gusenbauer. So sei der Personalstand von 70.000 auf 48.000 Mitarbeiter abgeschlankt worden.

Am Vorabend der EU-Erweiterung könne die Regierung leider keinerlei konstruktive Perspektiven einer vernünftigen und zeitgemäßen Verkehrs- und Infrastrukturpolitik anbieten", kritisierte der SPÖ-Chef. Stattdessen werden die Eisenbahner "auf das Übelste diffamiert und die Reputation des Unternehmens schwer geschädigt". "Es ist daher kein Wunder, dass diese Zerschlagungs- und Ausverkaufspolitik der Regierung sowohl von den Eisenbahnern wie auch vom ÖBB-Management klar abgelehnt wird", schloss Gusenbauer.

 

 Lopatka: SPÖ-Eisenbahnpolitik springt aus den Schienen
ÖBB-Versäumnisse der Sozialisten kommen ans Tageslicht
Wien (övp-pk) - Polemische Untergriffe ohne Substanz ortete ÖVP-Generalsekretär Abg.z.NR Dr. Reinhold Lopatka am Mittwoch (08. 10.) bei den Äußerungen des SPÖ-Vorsitzenden Alfred Gusenbauer im Zusammenhang mit der ÖBB-Reform. "Die SPÖ verkennt die Tatsachen und springt völlig aus den Schienen. Die aktuelle ÖVP- Plakatkampagne zum Reformbedarf bei den ÖBB zeigt die Fakten auf und hat weder mit Hetze noch mit Zerschlagung des Unternehmens auch nur das Geringste zu tun", sagte der ÖVP-Generalsekretär.

Es sei nicht die ÖVP-Informationskampagne, die schwere Schäden bei den ÖBB anrichte, diese seien schon durch jahrzehntelange SPÖ- Misswirtschaft angerichtet worden. "Klar, dass die Sozialisten nicht begeistert sind, wenn ihre Versäumnisse und groben Fehler jetzt ans Tageslicht kommen. Doch die Zeit des Vertuschens ist vorbei", sagte Lopatka. Die Bevölkerung würde das ganz genauso betrachten. Nicht umsonst wird von 78 Prozent der Österreicher bei den Bundesbahnen ein dringender Reformbedarf gesehen. Dabei geht es um Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit, Hebung des Kundenservices und die Sicherung zehntausender Arbeitsplätze. Die Reform richte sich zudem nicht gegen die Mitarbeiter, sondern diene der Gerechtigkeit auch innerhalb des Unternehmens. "Die Eisenbahner als Schutzschild gegen die eigene Plan- und Konzeptlosigkeit zu missbrauchen ist wohl die neue alte Masche des Bremsklotzes Gusenbauer", sagte Lopatka abschließend.
 
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