Galileo: Vorauswahl für die Konzessionsvergabe hat begonnen  

erstellt am
20. 10. 03

Paris (esa) - Das Gemeinsame Unternehmen Galileo (Galileo Joint Undertaking, GJU) veröffentlicht einen ersten Aufruf zur Einreichung von Bewerbungen um die Konzession für das Galileo-System. Dieser Bewerbungsaufruf erschien am Freitag (17. 01.) im Amtblatt der Europäischen Union und auf der Webseite des GJU.

Das von der Europäischen Kommission und der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) gegründete GJU mit Sitz in Brüssel wird damit eine Vorauswahl der Unternehmen bzw. Unternehmensgruppen treffen können, die für die Übernahme der Konzession für die Errichtungs- und Betriebsphase von Galileo in Frage kommen.

Hauptkriterien für die Beurteilung der potentiellen Konzessionäre werden ihre technische und finanzielle Glaubwürdigkeit sowie ihre Fähigkeit sein, insbesondere hinsichtlich der Bereitstellung der künftigen Dienste des Galileo-Systems einen kohärenten Geschäftsplan aufzustellen.

Nach dieser Vorauswahl wird das GJU auf der Grundlage eines Lastenhefts mit den Bewerbern über die spätere Vergabe der Konzession und die Auswahl der künftigen Galileo-Betreibergesellschaft (Galileo Operating Company, GOC) verhandeln. Diese private Einrichtung wird für die Betriebsphase verantwortlich sein.

Zunächst steht jedoch die von der ESA und der Europäischen Union gemeinsam finanzierte Entwicklungs- und Validierungsphase des Projekts an, in deren Rahmen die ESA Ende 2005 einen ersten Versuchssatelliten starten soll, um neue Technologien im All zu erproben.

Galileo wird das derzeitige, lediglich auf dem amerikanischen GPS (Global Positioning System) beruhende Satellitennavigationssystem ergänzen und den Europäern und der ganzen Welt ein präzises und sicheres satellitengestütztes Ortungssystem zur Verfügung stellen.

Die Anwendungen sind vielfältig: Straßen-, Schienen-, Luft- und Seeverkehr, aber auch Such- und Rettungsdienste und vieles mehr. Mit einem auf das 4,6-fache der Investitionen geschätzten Ertrag und der Schaffung von über 140 000 Arbeitsplätzen verspricht das Vorhaben außerdem großen wirtschaftlichen Nutzen.

Das Galileo-System wird insgesamt 30 Satelliten umfassen, die eine ausgezeichnete Abdeckung unseres Planeten gewährleisten werden. Hinzu kommt die Bodeninfrastruktur, insbesondere zwei Galileo-Kontrollzentren in Europa, die den Betrieb der Satelliten überwachen und die Leitung des Navigationssystems wahrnehmen sollen.
     
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