Grasser: Mindest-KöSt für Gründer wird abgeschafft  

erstellt am
14. 10. 03

Finanzminister kommt Forderungen der Jungen Wirtschaft nach – konkrete Versprechen auf der Bundestagung in Graz
Wien (pwk) - Überraschung am dritten Tag der heurigen Bundestagung der Jungen Wirtschaft in Graz: Im Rahmen des größten Jungunternehmertreffen Österreichs – veranstaltet von der überparteilichen Interessenvertretung der Jungunternehmer - sagte Finanzminister Karl-Heinz Grasser den Teilnehmern konkrete Entlastungen zu. Grasser war, wie auch Wirtschaftsminister Martin Bartenstein und der steirische Finanz- und Wirtschaftslandesrat Herbert Paierl, heute, Samstag, Diskussionpartner der Jungen Wirtschaft in der Grazer Stadthalle. Der wichtigste Punkt: Grasser versprach eine Abschaffung der Mindest-Körperschaftssteuer für Unternehmensgründer.

Laut allen Studien kommen Gründer in den ersten Jahren ihrer Tätigkeit kaum zu Gewinnen. Grassers Versprechen: "Die Mindest-KöSt gehört weg. Wer keinen Gewinn macht, soll auch keine Steuern dafür zahlen". Der Vorsitzende der Jungen Wirtschaft, Peter Lehner, hatte die Forderung nach Abschaffung der Mindest-KöSt in der Diskussion an Grasser gestellt und kritisiert, dass "ein Gründer in Österreich für seine Leistung keinen Dankesbrief vom Finanzminister bekommt, sondern als Erstes einmal eine Steuervorschreibung".

Zur Forderung der Jungen Wirtschaft, die Freibeträge zur Erbschafts- und Schenkungsteuer bei Betriebsübergaben innerhalb der Familie auf eine Million Euro anzuheben, versprach Grasser noch mehr, nämlich eine völlige Neugestaltung. Demnach wird es künftig bei Betriebsübergaben keine Erbschafts- und Schenkungssteuer mehr geben. Die Kritik der Jungunternehmer an der zu hohen Steuerlast in Österreich stößt auf Verständnis beim steirischen Finanz- und Wirtschaftslandesrat. Herbert Paierl tritt für "Steuern runter" ein: "Die Steuer- und Abgabenquote muss rasch sinken, für ein unternehmerfreundliches Österreich".

Von Wirtschaftsminister Martin Bartenstein forderte Lehner, dass die Regierung eine breitangelegten Kampagne zur Förderung des Unternehmergeists in Österreich mitfinanziert: Nach den Plänen der Jungen Wirtschaft soll ein Drittel der Kampagnenkosten von der Wirtschaftskammer, ein Drittel vom Bund und ein Drittel von privaten Sponsoren finanziert werden. Für die Beteiligung durch den Bund gab es von Minister Bartenstein auch eine spontane Zusage. Die Motivation für die Kampagne, so Lehner: "Österreich muss vom Beamtenland zum Untermehmerland werden." Barteinstein zeigte sich offen für die Forderung. Auch er meinte, dass "junge Menschen motiviert werden müssen, Unternehmer zu werden und nicht Beamte."
     
zurück