Kultur als Mittel zur Konfliktverhütung  

erstellt am
27. 11. 03

Zweite Tagung des Europäischen Kulturparlamentes in Graz
Graz (lk) - Eindrucksvolle Schauspiel- und Opernaufführungen können gesellschaftliche Konflikte verhindern oder zumindest ihre weitere Ausbreitung stoppen. Das ist ein Hauptthema der zweiten Tagung des Europäischen Kulturparlamentes, das am Mittwoch (26. 11.) in Graz seine Beratungen aufgenommen hat. Initiator dieses Gremiums ist Karl-Erik Norrman, der jahrelang als schwedischer Botschafter in Deutschland tätig war. Diese und weitere Schwerpunkte der zweitägigen Beratungen stellten Botschafter Norrman und Landeshauptmann Waltraud Klasnic bei einer Pressekonferenz in der Grazer Burg vor.

In diesem Zusammenhang erinnerte Botschafter Norrman an die jüngere deutsch-deutsche Geschichte. Kurt Mazur hatte bekanntlich im Oktober 1989 eine Aufführung in der Leipziger Oper dirigiert, während gleichzeitig vor den Toren der Oper eine blutige Eskalation der Konflikte des DDR-Staatsicherheitsdienstes mit den Bürgerrechtsaktivisten verhindert werden konnte …


(von links nach rechts) Botschafter Karl-Erik Norrman, Landeshauptmann Waltraud Klasnic, Mag. Eberhard Schrempf und Stadtrat Dr. Gerhard Rüsch. Foto: Gerhard Dusek.

Weiterreichende Aspekte stellte Landeshauptmann Waltraud Klasnic bei der Begrüßung von 70 Tagungsteilnehmern, die aus 35 Ländern nach Graz angereist waren, in den Mittelpunkt. „Die Tagung des Europäischen Kulturparlamentes im zu Ende gehenden ´Kulturhauptstadtjahr Graz 2003´ ist von großer Bedeutung für die Vertiefung der Kontakte der Kulturschaffenden innerhalb der EU-Zukunftsregion“. Mit ihren Initiativen zur Stärkung der Kontakte mit den Nachbarn sorgte LH Klasnic für die Wiederbelebung großer steirischer Kulturpolitik. Mit dem „Trigon“-Gedanken hatte der unvergessene Univ.-Prof. Dr. Hanns Koren vor mehr als 30 Jahren Kulturschaffende aus der Steiermark mit den Nachbarn aus Italien und dem damaligen Jugoslawien zusammengeführt.

An der Pressekonferenz nahmen auch Stadtrat Dr. Gerhard Rüsch und Mag. Eberhard Schrempf für ´Graz 2003´ teil. Sie werden mit den europäischen Kulturexperten die bisherigen Ergebnisse beraten. Die Nachfolge von Graz als Kulturhauptstadt treten nächstes Jahr Lille und Genua an.
 
zurück