Erzbischof Eder nimmt Abschied von Salzburg
Silvesterandacht als letzter öffentlicher Auftritt. In seinem Abschieds-Hirtenbrief warnt der Erzbischof vor dem Schablonendenken "konservativ –progressiv"
Salzburg (kath.net) - Am Silvestertag, 31. Dezember, wird der scheidende Salzburger Erzbischof Georg Eder um 17 Uhr im Dom der Landeshauptstadt die Jahresschlussandacht halten. Dies ist zugleich der letzte öffentliche Auftritt Eders als apostolischer Administrator der Erzdiözese Salzburg. Nach dem Jahreswechsel wird Eder nach Mattsee übersiedeln, wo sich der offizielle Alterssitz der Salzburger Erzbischöfe befindet. Am Sonntag, 19. Jänner, findet die offizielle Amtseinführung des neuen Erzbischofs Alois Kothgasser statt.
In seinem Abschieds-Hirtenbrief betont Eder seine Freude über die "gute Resonanz" auf die Wahl seines Nachfolgers Alois Kothgasser. Wörtlich schreibt der scheidende Salzburger Erzbischof: "Vielleicht hat die Kirche auch bei uns die gefährlichste Strecke überwunden". Als letzte Anregung wolle er sich das Leitwort Johannes Pauls II. zu eigen machen: "Duc in altum" (fahr hinaus auf die hohe See). Dieses Wort bedeute einerseits Besinnung auf die "Tiefe" des christlichen Glaubens, andererseits aber auch die "menschliche Zuwendung des persönlichen Gesprächs".

Erzbischof Eder warnt in seinem Abschieds-Hirtenbrief davor, "Bischöfe, Priester und Laien in die Schablone "progressiv" und "konservativ" zu pressen. Es gehe vielmehr darum, "vorkonziliare" und "nachkonziliare" Kirchenbilder zur Übereinstimmung zu bringen. Denn die "eine heilige, katholische und apostolische Kirche" dürfe nicht zerteilt werden. Er sehe hier nur die Möglichkeit, auf die Stimme des Papstes zu hören und ihm zu folgen, betont Eder.

In den Jahren seines bischöflichen Dienstes seien die Hirten "unter immer stärkeren Druck" geraten, erinnert der scheidende Salzburger Erzbischof. Man habe von den Bischöfen auf vielen Ebenen Zugeständnisse gefordert, "die sie nicht machen durften, ohne die Einheit mit Rom und der gesamten Kirche zu gefährden".

Erzbischof Eder bedauert, dass das Salzburger Diözesanforum 1994/1996 fast ganz in Vergessenheit geraten ist. Mit großem Einsatz vieler Priester und Laien habe diese Versammlung "durchaus viele gute Früchte gebracht". Der Abschluss des Diözesanforums am 22. September 1996 sei für die Teilnehmer und ihn selbst ein "wahrer Freudentag" gewesen. Alle Wünsche hätten freilich nicht erfüllt werden können, denn als Bischof sei es seine Aufgabe gewesen, dafür zu sorgen, "dass die Diözesangesetze mit den universalen Gesetzen der Kirche kompatibel bleiben". Wörtlich schreibt Eder in diesem Zusammenhang: "Wer einen Keil zwischen Bischöfe und Papst treiben will, untergräbt das Fundament der ganzen Kirche".

Seine Entscheidungen im Hinblick auf die Eucharistie, das "Herz der Kirche", seien für ihn mindestens ebenso schmerzlich gewesen wie für die Betroffenen, schreibt Eder im Hinblick auf die Auseinandersetzungen um die nach katholischer Auffassung verbotenen "Interzelebrationen" (gemeinsame Eucharistiefeiern katholischer und nichtkatholischer Geistlicher). Anlässlich dieser Auseinandersetzungen habe er mit Schrecken feststellen müssen, wie "grassierend die Unkenntnis auch guter Christen auf diesem Gebiet ist". Wörtlich schreibt Erzbischof Eder: "Wenn wir uns in diesem Sakrament nicht mehr eins sind, zerfällt die Kirche".

In seinem sehr persönlichen Hirtenschreiben erinnert Erzbischof Eder daran, dass ihm Papst Johannes Paul II. ein Brustkreuz geschenkt habe. In dieses Kreuz habe er Reliquien der Heiligen Rupert, Virgil und Erentrudis eingeschlossen; so bleibe er mit der Erzdiözese Salzburg und Johannes Paul II. für immer verbunden.

Er fühle sich nun "wie ein Bauer, der nach einem langen, harten Arbeitstag müde, aber zufrieden auf seinen Hof zugeht", so Eder. Die Arbeit auf dem "Ackerfeld der Kirche" sei hart gewesen und er habe sich nicht geschont".
 
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