BM Pröll: Klimawandel stoppen, Wirtschaft fördern  

erstellt am
15. 12. 03

Jahresversammlung der Energieverwertungsagentur (E.V.A.)
Wien (bmlfuw) - Klimaschutz und liberalisierter Wettbewerb sind die zentralen Herausforderungen der österreichischen Energiewirtschaft. Hier müssen in den kommenden Monaten Antworten gefunden werden, die einen optimalen Ausgleich wirtschaftlicher Interessen und ökologischer Notwendigkeiten ermöglichen, darüber herrschte am Freitag (12. 12.) Einigkeit bei der diesjährigen Generalversammlung der Energieverwertungsagentur. "Unser Ziel ist es den Klimawandel zu stoppen und nicht das Wirtschaftswachstum." erläuterte E.V.A. Präsident und Umweltminister Josef Pröll die Notwendigkeit dieses Ausgleichs.

Der Kampf gegen den Klimawandel sei für Österreich langfristig auch eine wirtschaftliche Überlebensfrage: " die letzten beiden Sommer haben uns drastisch vor Augen geführt, welche Auswirkungen die Klimaänderung auch bei uns in Österreich haben kann. Die volkswirtschaftlichen Schäden in Milliardenhöhe und die sich daraus ergebenden notwendigen Schritte zeigen einmal mehr, dass Ökono9mie und Ökologie keine Gegensätze sind, sondern vielfältige Wechselwirkungen bestehen. Ohne gesunde Umwelt ist keine gesunde Ökono9mie realisierbar." Österreich müsse laut Klimastrategie im Zeitraum 2008 bis 2012 seine Treibhausgas-Emissionen im Vergleich zu 1990 um 13 Prozent senken. "Wir emittieren derzeit um 9 Prozent mehr als 1990", so Pröll, "wir müssen also faktisch von heute weg minus 22 Prozent realisieren. In Tonnen ausgedrückt heißt das: von 86 Millionen Tonnen auf 68 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent reduzieren." Das sei nur im Zusammenspiel von Bund, Ländern, Wirtschaft, Verkehr und den privaten Haushalten zu schaffen. Ein volkswirtschaftliches "Optimum" erfordere auch einen Ausgleich zwischen den verschiedenen Akteuren. Pröll weiter: " Genau diesen soll und kann die E.V.A. auf Basis ihrer Mitgliederstruktur für dieses wichtige politische Thema leisten."

Vizepräsident LH Herwig van Staa unterstrich im Rahmen der Generalversammlung die dringende Notwenigkeit einer breiten Diskussion über die Sicherung der österreichischen Energieversorgung. "wir brauchen ein Wettbewerbsmodell, das auch ohne die Zerschlagung bestehender Strukturen auskommt. Wir brauchen Anreize für Investitionen in eine moderne Energieinfrastruktur, und dafür muss die Politik die Weichen stellen". Er sehe daher einen hohen Bedarf für eine energiewirtschaftliche Beratung der Entscheidungsträger auf Bundes- und Landesebene und erwarte sich von der E.V.A. die notwendigen Impulse. Weiters sei im Jahr 2004 auch über die Gestaltung der Rahmenbedingungen für Ökostrom ab 1.1.2005 zu entscheiden. Kontinuität und Berechenbarkeit des Fördersystems sei dafür eine zentrale Anforderung. "Ein sinnvoller Ausbau der Wasserkraft als beste erneuerbare Energiequelle ist für die Gewährleistung der Energieversorgung von Bedeutung", so Landeshauptmann Van Staa weiter.

"Es sollte keiner Katastrophen bedürfen, damit den permanent relevanten Themen Versorgungssicherheit und Klimaschutz in der wirtschaftspolitischen Diskussion, vor allem aber in den konkreten Investitionsentscheidungen, der nötige Stellenwert eingeräumt wird. Die Aussage der IEA, dass bis 2030 weltweit Investments in der Höhe von 16 Billionen Euro für die Erneuerung und den Ausbau der Energiewirtschaft notwendig sein werden, zeigt nicht nur die gewaltigen Herausforderungen, vor denen wir stehen, sondern auch die enormen Chancen für nachhaltige Strukturveränderungen," erklärte E.V.A. Geschäftsführer Fritz Unterpertinger. Die E.V.A. werde mit ihren Mitgliedern ihren Beitrag dazu leisten, damit Österreich sich diese Chancen nicht entgehen lasse. Auch das Potenzial für die österreichische Wirtschaft, von Projekten im Ausland, wie sie etwa in den Flexiblen Kyoto-Mechanismen vorgesehen sind, zu profitieren, sei beträchtlich, so Unterpertinger.

Landesrat Sepp Eisl verwies abschließend darauf, dass Versorgungssicherheit gerade für die Lebens- und Wettbewerbsfähigkeit des ländlichen Raums ein Schlüsselthema sei. Um auch künftig die Qualität der Versorgung zu gewährleisten, sei das Eigentum der Region an der Infrastruktur eine unverzichtbare Voraussetzung. Die damit verbundene Verantwortung würde auch aktiv wahrgenommen: So werde etwa derzeit auf Initiative und mit finanzieller Unterstützung des Landes im Süden der Stadt Salzburg ein Fernwärmesystem errichtet, das mit Abwärme aus neuen Biomassekraftwerken der Unternehmen M-real und MDF betrieben werden wird. "Ein innovatives, nachhaltiges und zukunftsweisendes Vorhaben, das wir mit der E.V.A. als Partner initiiert haben. Wie in einer Reihe anderer Projekte hat sich die E.V.A. dabei nicht nur als Berater in technisch-ökonomischen Fragen, sondern auch als Moderator zwischen den Interessen der Politik, der Energiewirtschaft und der Industrie bewährt", schloss Eisl.
 
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