Werbung: »Nach drei mageren Jahren folgt 2004 wenigstens ein halbfettes«  

erstellt am
10. 12. 03

Werbebarometer: 3 bis 5 Prozent Wachstum im ersten Halbjahr 2004 – Erstmals seit 2002 Zuwächse für alle Werbeträgergruppen erwartet
Wien (pwk) - Nach der neuesten Trenderhebung bei mehr als 300 der größten Auftraggeber und Werbeagenturen meldet das "Werbebarometer" des Fachverbandes weiter leicht steigenden Werbedruck für die ersten Jahreshälfte 2004, nämlich ein Wachstum von 3,3 Prozent. "Dabei wird die Entwicklung auf Auftraggeberseite (+3,5 Prozent) und in Westösterreich (+5,7 Prozent) generell noch optimistischer beurteilt als die Werbeagenturen (+3 Prozent) bzw. in Wien (+2,2 Prozent)", weiß Walter Ruttinger, Obmann des Fachverbandes Werbung + Marktkommunikation in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). Dabei sollten erstmals seit 2002 wieder alle Werbeträgergruppen Zuwächse lukrieren. Prozentuale Spitzenreiter sind der Internet/New Media- Bereich (+9,3 Prozent), Exportwerbung (+7 Prozent), Direct Mail (+ 4,6 Prozent) sowie PR/Sponsoring (3,4 Prozent). "Print gewinnt mit 1,6 Prozent - aufgrund des Marktanteils von etwa 50 Prozent aller Mass Media-Ausgaben - betragsmäßig am meisten", analysiert Ruttinger: "Den drei mageren Werbejahren folgt insgesamt ein wenigstens halbfettes."

"Alle Signale bestätigten den Wachstumspfad der heimischen Werbeausgaben von 3 bis 5 Prozent im Jahr 2004." Und: "Gesamtwirtschaftliche Trends werden durch die Werbeausgaben "seismografisch" abgebildet - ein Anspringen der Werbekonjunktur ist ein wichtiger Indikator für einen Aufschwung insgesamt", so Ruttinger.

Bereits im Herbst des Vorjahres wagte der Fachverband Werbung + Marktkommunikation in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) die Prognose, dass der damals rückläufige Werbemarkt in der zweiten Jahreshälfte 2003 ins Plus drehen werde. Die aktuellen Daten bestätigen die Vorhersage. Im Gesamtjahr 2003 kann demgemäss mit 2,2 Prozent nominellem Wachstum der Werbeausgaben gerechnet werden. "Die stärksten Impulse kommen aus den Bereichen Lebensmittelhandel (+19 Prozent), Audio/Video und Foto (+13 Prozent)", so Klaus Fessel, Geschäftsführer des mit den Erhebungen für das Werbebarometer betrauten Institutes Focus Media Research. Ebenso verzeichnen Printwerbung, Kino, Außenwerbung und Privat-TV Zuwächse. Der Fachverband Werbung verweist in diesem Zusammenhang auch immer wieder auf die diesbezüglichen Chancen im "Below-the-Line" Bereich, das sind die abseits der Massenmedien getätigten Werbespendings. Dieses Segment erreicht, so die Erhebungen, mit 37,3 Prozent voraussichtlich einen rekordverdächtigen Anteil, in dem Internet und Direct Mail (je 9 Prozent), Verkaufsförderungsmassnahmen (6,5 Prozent), und PR/Events/Sponsoring (6,3 Prozent) Spitzenreiter sein werden.

Top-Priorität kommt aus Sicht der Interessenvertretung der Werbewirtschaft nach wie vor der Abschaffung der Werbesteuer zu. Von bizarren Auswüchsen in der Erhebungspraxis - dramatische Ausweitungen, rückwirkende Einhebung und Doppelbesteuerungstendenzen - weiß Ralph Kilches, Rechtsberater des Fachverbandes Werbung in Werbersteuer-Angelegenheiten. Für Ruttinger ist Österreich im Hinblick auf die Werbeabgabe, für deren Abschaffung der Fachverband im Zug der jüngst angelaufenen koalitionsinternen Verhandlungen zur Steuerreform interveniert, eine "Insel der Unseligen: Die Werbeabgabe, 1927 als Provisorium eingeführt, muss endlich weg!"
 
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