Karl-Markus Gauß erhält René-Marcic-Preis 2004  

erstellt am
06. 01. 04

Jury: Der Preisträger hat sich in der deutschsprachigen Medienlandschaft zum Meister des literarischen Essays entwickelt
Salzburg (lk) - Karl-Markus Gauß erhält den René-Marcic-Preis 2004. Dies hat die Salzburger Landesregierung im Umlaufweg beschlossen. Sie folgte damit dem Vorschlag der Mitglieder der Marcic-Preis-Jury folgte, die ihre Wahl folgendermaßen begründete:

„Mit dem Salzburger Autor Karl-Markus Gauß schlägt die Jury einen Publizisten und Herausgeber für den René-Marcic-Preis vor, der sich in der deutschsprachigen Medienlandschaft zu einem Meister des literarischen Essays entwickelt hat. Mit scharfem Blick und hoher stilistischer Meisterschaft liefert er in seinen Büchern und in seinen periodischen Veröffentlichungen in führenden Zeitschriften sowie maßgeblichen Wochen- und Tageszeitungen treffsichere und überzeugende Analysen des Kulturbetriebes, der Unterhaltungsindustrie und des politischen Geschehens. Seine Salzburg-Kritik, seine Österreich-Kritik und seine Euro-Kritik sind meist rigoros im Urteil, doch immer nachvollziehbar in der Genauigkeit ihrer aufklärerischen Argumentation. Mit der Sprache geht Karl-Markus Gauß so bewusst und souverän um, dass sie bei ihm zum Instrument und Beweismittel gegen die Unvernunft wird.

Gauß befindet sich in seiner Sprachkritik in der besten österreichischen Tradition eines Karl Kraus, geht aber ohne dessen fundamentalistische Verbissenheit ans Werk. In einer Zeit, in der ständig dieses und jenes angedacht werden, denkt er seine Gedanken zu Ende und schärft sie in seinem Sprachwitz.

Von der Brillanz seiner polemischen Analysen werden zu allererst die mehr oder weniger prominenten Opportunisten, Populisten und alle Spielarten denkfauler Routiniers erfasst. Ob es seine mit tageschronikaler Lust und Konfliktfreude geschriebenen Jahresbücher („Mit mir, ohne mich“ und „Von nah, von fern“) sind oder seine Expeditionen zu den sterbenden Völkern am Rande Europas, immer ist Gauß mit seiner Sicht der Dinge imstande, den Leser hineinzuziehen in einen Gewinn bringenden Disput.

Wer ihn, befand Karl-Markus Gauß, auf abgefeimte Art tadeln wollte, lobe seinen Fleiß. Das ist die Koketterie dessen, den nach eigenen Angaben vor zwei Jahrzehnten der Ehrgeiz gepackt hätte, „aus dem, was ich wusste und konnte, doch noch etwas zu machen“. Dieses Etwas sind über tausend Zeitungsartikel, der Herausgabe von mehr als 30 Büchern und das Schreiben von zehn eigenen – eine beeindruckende literarische und journalistische Strecke. Aber nicht der Fleiß, das Werk lobt den Meister. Die Zuerkennung des René-Marcic-Preises 2004 ist dafür ein Indiz.“

Bisherige Preisträger

Die bisherigen Preisträger des vom Land Salzburg verliehenen René-Marcic-Preises sind: Dr. Oskar Schatz, ehemaliger Leiter der Abteilung Kultur und Wissenschaft des ORF-Landesstudios Salzburg (1979); Prof. Gerhard Neureiter, Chefredakteur-Stellvertreter der Salzburger Nachrichten (1980); Dr. Clemens M. Hutter, Leiter des Ressorts Außenpolitik der Salzburger Nachrichten (1982); Prof. Max Kaindl-Hönig, ehemaliger Leiter des Ressorts Kultur der Salzburger Nachrichten (1983); Prof. Dr. Karl Heinz Ritschel, Chefredakteur der Salzburger Nachrichten (1985); Chefredakteur Kurt Wessely, von 1969 bis 1976 Chefredakteur des Salzburger Tagblattes (früher Demokratisches Volksblatt) und Leiter der Abteilung Bildung und Medien der Arbeiterkammer Salzburg bis 1986 (1986); Dr. Heide Gottas, Wissenschaftsjournalistin (1987); die Journalisten Alfons Dalma, Ilse Leitenberger und Viktor Reimann (1988/1989); Chefredakteur i.R. Prof. Eberhard Zwink, langjähriger Leiter des Landespressebüros (1990); Chefredakteur-Stellvertreter Prof. Kurt Vorhofer, Kleine Zeitung, Wiener Redaktion (1991); ORF-Intendant Ing. Friedrich Urban (1992); 1993 ausgesetzt; Dr. Franz Mayrhofer, Ressortleiter für Wissenschaft und Forschung der Salzburger Nachrichten (1994); Gerd Bacher, ORF-Generalintendant a.D. (1995); 1996 wurde kein René-Marcic-Preis vergeben; KR Helmut Lenhardt (1997); Waltraud Langer, ORF Wien Wirtschaftsredaktion (1998); Sepp Forcher (1999); Prof. Heinz Nußbaumer (2000); Gerhard Steininger, Redakteur der Salzburger Nachrichten (2001); Dr. Hubert Feichtlbauer, Journalist und Publizist (2002). Univ.-Prof. Dr. Michael Schmolke, emeritierter Ordinarius am Institut für Publizistik und Kommunikationswissenschaft an der Universität Salzburg (2003).
 
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