| Hilfe, ich bin höhlensüchtig! |
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| Kreuz und quer durch die weltberühmten Dachstein-Höhlen am Hallstättersee in
Oberösterreich. Von Gunther Dressnandt. Die Stirnkarbidlampen sind abgedreht. Es herrscht absolute Stille, totale Finsternis, die Luft ist keimfrei - aber die Phantasie lässt trotzdem Hören, Sehen und Riechen zu! Wir empfinden ein prickelndes, mystisches Gefühl, tief unter der Erdoberfläche,
Mein Freund, der Schlaz! Für fünf Stunden waren wir froh, dass er ganz eng bei uns war, vor Kälte, Schlamm und Nässe schützte. Ihn störte es nicht wie ein schlaziger Lehmklumpen auszusehen. Der Name „Schlaz“, wie die Höhlenforscher ihren Overall nennen, hätte nicht treffender sein können. Ohne ihn, Helm, Karbidlampen, Seil, Brustgeschirr, Schleifsack und Karabiner wäre das Abenteuer in der weltberühmten Dachstein-Mammuthöhle bereits nach wenigen Metern zum Scheitern verurteilt. Ein Höhlen-Trekking, über das sich auch der Freizeit-Normalverbraucher stürzen kann. Das je nach Kraft, Kondition und Mut von zwei bis zehn Stunden Dauer sein kann. Natürlich immer wohlbehütet von erfahrenen Höhlenführern. Unsere heißen Sigi und Franz. Urige Typen, denen selbst in den dreckigsten Trekking-Situationen nicht der Witz ausging. Nicht beim Kriechen, Klettern, auf den Leitern oder Lehmabfahrten, bei den beinharten Felskarambolagen mit den Helmen. Zwischen Wahrheit, Sagen und Dichtung war allerdings nicht immer klar zu unterscheiden! Höhlenbären, Wilderer und Schattengespenster spielten oft Hauptrollen dabei. Und so kamen wir über manch brenzlige,
Zuvor heißt es, mit der Krippenstein-Seilbahn auf die Schönbergalm (1350 m) zu fahren und gemütlich zu den Höhleneingängen zu wandern. Gut, dass das Rothprojekt aus dem Jahr 1930 (Heer und Bundesforste) nicht verwirklicht wurde: Autostraße auf das Plateau, mit einer Seitenstraße durch den natürlichen, erforschten Ost-West-Höhlentunnel durch die Mammuthöhle. Wer will, kann sich im Höhlenmuseum auf der Schönbergalm bis in die Trias-Zeit zurückversetzen oder sich in der Mammuthöhle im Mitternachtsdom einer multivisuellen Bildprojektion hingeben. Projiziert auf Höhlenwänden wird Ihnen das prickelnde Leben von Höhlenforschern nähergebracht. Wer noch immer nicht genug hat, fährt weiter auf den Krippenstein, zur Gjadalm, wandert herum - und auf die ganz Wilden wartet der über 3000 m hohe, vergletscherte Dachstein. Aber natürlich nicht alles an einem Tag! „Untersuchen“ Sie erst einmal das sagenumwobene Innenleben dieses Traumgebirgstocks, dann wird Ihnen eine Gipfelbesteigung noch mehr Freude bereiten. Ich bleibe vorläufig bei meinem Freund Schlaz, denn nach meiner unterirdischen Premiere wurde ich hoffnungslos höhlensüchtig. |
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