Vom Mittelalter in die High-Tech-Ära 

 

erstellt am
11. 06. 03

Frühling im »stadtlichen« Dreieck Linz, Wels und Steyr. Von Karl Gruber.

Der Herr Graf hat ein mulmiges Gefühl. So spät in der Nacht ist er noch nie allein auf dem Kai des Ennsflusses zum Schloß gegangen. Sonderbare Gedanken kreisen in seinem Kopf. "Leutschinder" und "Henkersknecht" sollen ihn die Steyrer hinter seinem Rücken schon genannt haben. Als zwei finstere Gestalten auf ihn zukommen, ahnt


Steyrer Stadtplatz
Foto: LVT OÖ
der Graf Schlimmes. Am nächsten Morgen werden die Bewohner der Engen Gasse durch lautes Klagen und Schreien geweckt. "Der Herr Graf ist tot, erschlagen haben sie ihn", kreischt eine alte Frau.

Diese Geschichte ist vor mehreren hundert Jahren in der oberösterreichischen Stadt Steyr passiert. Man erzählt sie heute noch. Die Täter wurden nie gefaßt. Wenige Schritte von der Stelle entfernt, an der der Herr Graf vor langer Zeit seine Seele ausgehaucht hat, betritt der Besucher heute das Zentrum der Stadt an den beiden Flüssen Enns und Steyr. So blutrünstig wie im Spätmittelalter geht es heutzutage natürlich nicht mehr zu. Wer an einem lauen Freitagabend durch den sogenannten Schmankerlmarkt streift und die kulinarischen Feinheiten der Region probiert, spürt die fröhliche Gastlichkeit der Steyrer. Die geheimnisvolle Atmosphäre längst vergangener Zeiten quillt jedoch weiter aus den Höfen, Gäßchen und Stiegen der tausendjährigen Stadt. Geschichtsträchtiges findet sich beim


Die Burg Wels - mit wechselnden Ausstellungen
Foto: LVT OÖ
Bummel durch die Steyrer Altstadt, die übrigens zu den zehn schönsten in Europa zählt, immer wieder. Das Schloß Lamberg etwa beherbert eine überaus bemerkenswerte Adelsbibliothek mit 11.000 Büchern und Drucken bis ins 16. Jahrhundert zurück. Am schmucken Stadtplatz wiederum beeindrucken das Bummerlhaus aus dem Jahre 1497 und das Steyrer Rathaus aus dem 18. Jahrhundert.

Die Welser sagen es mit Blumen
Auch in der Stadt Wels, etwa eine dreivietel Autostunde von Steyr entfernt, hat man mit Mord und Totschlag nichts am Hut. Im Gegenteil: Die Welser sagen es heuer mit Blumen. Am 18. April beginnt die erste oberösterreichische Landesgartenschau im Vogelpark Schmiding. "Das Außergewöhnliche an dieser Veranstaltung ist die Verbindung von Blumen, Tieren, Kunst und Menschen", sagt dazu Walter Hödl, der Chef des Welser Tourismusverbandes. Für die Landesgartenschau wird der größte und schönste Vogelpark Österreichs umgestaltet und auf 120.000 Quadratmeter vergrößert. Gleichzeitig können Besucher der blumigen Schau auch die kaiserliche Burg Wels, in der übrigens Österreichs letzter Ritter verstarb,


Spaziergang durch die alte Eisenstadt Steyr - entlang der Steyr
Foto: LVT OÖ
besichtigen oder ihren Aufenthalt mit einem Einkaufsbummel durch die geschäftigen Gassen der bürgerlichen Stadt kombinieren. Ein Tip für Frühaufsteher: jeden Samstag Vormittag findet auf dem Stadtplatz der Antiquitäten- und Kuriositätenflohmarkt statt.

Mit dem Computer über das Land fliegen
Von Wels fährt man auf der Autobahn in knapp einer halben Stunde in die Landeshauptstadt Linz. Die Donaumetropole mit ihren 200.000 Einwohnern war einst als Mittelpunkt der Textilkunst bekannt. In Linz stand die erste "Wollzeugfabrik" Österreichs und Deutschland. 60.000 Spinner aus Österreich, Bayern und Böhmen verdienten dort ihren kargen Lohn. Heute präsentiert sich das ehemalige Römerlager "Lentia" als High-Tech City. Im Ars Electronica Center kann man sogar per Computer sogar über das ganze Bundesland fliegen. Auf 2.000 Quadratmetern begegnet der Besucher - ausgestattet mit einer persönlichen Chipcard - allen Schlüsseltechnologien der Zukunft.

Wer aus der Zukunft wieder zurück in die Gegenwart will, braucht keine Chipcard. Er braucht nur die Brücke über die Donau zu queren und vom Hauptplatz mit dem neurenovierten Rathaus auf Erkundungstour durch die Altstadt schlendern. Dort kann er die Zeitreise zwischen Erkern, Türmen und Giebeln fortsetzen und sich zwischendurch von internationaler Küche und zahlreichen Straßencafès verwöhnen lassen.
     
Information:

Arrangements:
Zum Kenenlernen der oberösterreichischen Landeshauptstadt bietet Linz ein erlebnisreiches Wochenendpackage: Eine Übernachtung mit Frühstück und Sightseeingprogramm mit dem Linz-City-Ticket, das unter anderem Eintritte in Museen, Stadtrundfahrt und Restaurantgutschein enthält. Das Paket kostet im Drei-Sterne-Hotel 53,- Euro und im Vier-Sterne-Hotel 60,- Euro pro Person.

"Zeit für Kultur nehmen sich die drei Städte im oberösterreichischen Zentralraum in ihrem gemeinsamen Prospekt. Der "Traumtage Linz - Wels - Steyr"-Katalog enthält neben zahlreichen Tipps für erlebnisreiche ein- und mehrtägige Aufenthalte auch Hotelangebote, Veranstaltungshighlights und eine Landkarte. Ebenfalls im Sommerprospekt übersichtlich angeführt: Kunst- und Kulturschätze Oberösterreichs.

Veranstaltungshghlights 2002:
18. bis 20. Juli LinzerPflasterspektakel
10. bis 11. August 6. Mittelalterlicher Markt Wels
5. Sept. bis 7. Sept. Wein & Kunst, Linzer Altstadt
10. Aug. bis 8. Sept. Musikfestival Steyr

Informationen
Städtering Linz-Wels-Steyr
c/o Tourismusverband Wels
Kaiser-Josef-Platz 22
A-4600 Wels
Telefon: ++43 / (0)7242 / 43495-36
Telefax: ++43 / (0)7242 / 47903
     
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