Frühling im »stadtlichen« Dreieck Linz, Wels und Steyr. Von Karl Gruber.
Der Herr Graf hat ein mulmiges Gefühl. So spät in der Nacht ist er noch nie allein auf dem Kai des Ennsflusses
zum Schloß gegangen. Sonderbare Gedanken kreisen in seinem Kopf. "Leutschinder" und "Henkersknecht"
sollen ihn die Steyrer hinter seinem Rücken schon genannt haben. Als zwei finstere Gestalten auf ihn zukommen,
ahnt

Steyrer Stadtplatz
Foto: LVT OÖ |
der Graf Schlimmes. Am nächsten Morgen werden die Bewohner der Engen Gasse durch lautes Klagen und Schreien
geweckt. "Der Herr Graf ist tot, erschlagen haben sie ihn", kreischt eine alte Frau.
Diese Geschichte ist vor mehreren hundert Jahren in der oberösterreichischen Stadt Steyr passiert. Man erzählt
sie heute noch. Die Täter wurden nie gefaßt. Wenige Schritte von der Stelle entfernt, an der der Herr
Graf vor langer Zeit seine Seele ausgehaucht hat, betritt der Besucher heute das Zentrum der Stadt an den beiden
Flüssen Enns und Steyr. So blutrünstig wie im Spätmittelalter geht es heutzutage natürlich
nicht mehr zu. Wer an einem lauen Freitagabend durch den sogenannten Schmankerlmarkt streift und die kulinarischen
Feinheiten der Region probiert, spürt die fröhliche Gastlichkeit der Steyrer. Die geheimnisvolle Atmosphäre
längst vergangener Zeiten quillt jedoch weiter aus den Höfen, Gäßchen und Stiegen der tausendjährigen
Stadt. Geschichtsträchtiges findet sich beim

Die Burg Wels - mit wechselnden Ausstellungen
Foto: LVT OÖ |
Bummel durch die Steyrer Altstadt, die übrigens zu den zehn schönsten in Europa zählt, immer wieder.
Das Schloß Lamberg etwa beherbert eine überaus bemerkenswerte Adelsbibliothek mit 11.000 Büchern
und Drucken bis ins 16. Jahrhundert zurück. Am schmucken Stadtplatz wiederum beeindrucken das Bummerlhaus
aus dem Jahre 1497 und das Steyrer Rathaus aus dem 18. Jahrhundert.
Die Welser sagen es mit Blumen
Auch in der Stadt Wels, etwa eine dreivietel Autostunde von Steyr entfernt, hat man mit Mord und Totschlag
nichts am Hut. Im Gegenteil: Die Welser sagen es heuer mit Blumen. Am 18. April beginnt die erste oberösterreichische
Landesgartenschau im Vogelpark Schmiding. "Das Außergewöhnliche an dieser Veranstaltung ist die
Verbindung von Blumen, Tieren, Kunst und Menschen", sagt dazu Walter Hödl, der Chef des Welser Tourismusverbandes.
Für die Landesgartenschau wird der größte und schönste Vogelpark Österreichs umgestaltet
und auf 120.000 Quadratmeter vergrößert. Gleichzeitig können Besucher der blumigen Schau auch die
kaiserliche Burg Wels, in der übrigens Österreichs letzter Ritter verstarb,

Spaziergang durch die alte Eisenstadt Steyr - entlang der Steyr
Foto: LVT OÖ |
besichtigen oder ihren Aufenthalt mit einem Einkaufsbummel durch die geschäftigen Gassen der bürgerlichen
Stadt kombinieren. Ein Tip für Frühaufsteher: jeden Samstag Vormittag findet auf dem Stadtplatz der Antiquitäten-
und Kuriositätenflohmarkt statt.
Mit dem Computer über das Land fliegen
Von Wels fährt man auf der Autobahn in knapp einer halben Stunde in die Landeshauptstadt Linz. Die
Donaumetropole mit ihren 200.000 Einwohnern war einst als Mittelpunkt der Textilkunst bekannt. In Linz stand die
erste "Wollzeugfabrik" Österreichs und Deutschland. 60.000 Spinner aus Österreich, Bayern und
Böhmen verdienten dort ihren kargen Lohn. Heute präsentiert sich das ehemalige Römerlager "Lentia"
als High-Tech City. Im Ars Electronica Center kann man sogar per Computer sogar über das ganze Bundesland
fliegen. Auf 2.000 Quadratmetern begegnet der Besucher - ausgestattet mit einer persönlichen Chipcard - allen
Schlüsseltechnologien der Zukunft.
Wer aus der Zukunft wieder zurück in die Gegenwart will, braucht keine Chipcard. Er braucht nur die Brücke
über die Donau zu queren und vom Hauptplatz mit dem neurenovierten Rathaus auf Erkundungstour durch die Altstadt
schlendern. Dort kann er die Zeitreise zwischen Erkern, Türmen und Giebeln fortsetzen und sich zwischendurch
von internationaler Küche und zahlreichen Straßencafès verwöhnen lassen. |
Information:
Arrangements:
Zum Kenenlernen der oberösterreichischen Landeshauptstadt bietet Linz ein erlebnisreiches Wochenendpackage:
Eine Übernachtung mit Frühstück und Sightseeingprogramm mit dem Linz-City-Ticket, das unter anderem
Eintritte in Museen, Stadtrundfahrt und Restaurantgutschein enthält. Das Paket kostet im Drei-Sterne-Hotel
53,- Euro und im Vier-Sterne-Hotel 60,- Euro pro Person.
"Zeit für Kultur nehmen sich die drei Städte im oberösterreichischen Zentralraum in ihrem gemeinsamen
Prospekt. Der "Traumtage Linz - Wels - Steyr"-Katalog enthält neben zahlreichen Tipps für erlebnisreiche
ein- und mehrtägige Aufenthalte auch Hotelangebote, Veranstaltungshighlights und eine Landkarte. Ebenfalls
im Sommerprospekt übersichtlich angeführt: Kunst- und Kulturschätze Oberösterreichs.
Veranstaltungshghlights 2002:
18. bis 20. Juli LinzerPflasterspektakel
10. bis 11. August 6. Mittelalterlicher Markt Wels
5. Sept. bis 7. Sept. Wein & Kunst, Linzer Altstadt
10. Aug. bis 8. Sept. Musikfestival Steyr
Informationen
Städtering Linz-Wels-Steyr
c/o Tourismusverband Wels
Kaiser-Josef-Platz 22
A-4600 Wels
Telefon: ++43 / (0)7242 / 43495-36
Telefax: ++43 / (0)7242 / 47903 |
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